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Intelligenz-Blatt

der freien Kadi Frankfuri^ ^T^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. ä

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

JS 44. Dienstag den 22. Februar 1859.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 22. Februar (Zur Situation.) Die europäische Krisis scheint in Folge der unerwarteten Doppelwahl des Fürsten Alexander Couza in den rumänischen Donau- provinzen eine noch bedenklichere Gestalt annehmen zu sollen. Inzwischen wird die letztere Oerwickelung allem Anschein nach auf diplomatisch m Wege geschlichtet werden. Die Pforte, welche sich in der Lage sah, auf Grund der Convention vom 19. August 1858 gegen die Wahl des Fürsten Couza ihr Veto einzulegen, gab den europäischen Mächten ihren Wunsch zu erkennen, die aus jener Doppelwahl entspringenden Schwierigkeiten durch Entschließung einer Conferenz gelöst zu sehen; und wie schon der „Morntng Herald" mit- theilt und der „Moniteur" vom 17. d. M. bestätigt, so werden die Vertreter der Mächte demnächst in Paris zu einer Conferenz zusammentreten, um das Resultat der Wahlen in der Moldau und der Walachei zu prüfen — Was die italienische Frage ai betrifft, so hat dieselbe zur Zeit wieder ein friedlicheres Ansehen angenommen. Die Diplomatie der Großmächte, namentlich von England und Preußen, soll in voller Thätigkeit begriffen sein, um den Differenzen zwischen Frankreich und Oesterreich ihe Schärfe zu nehmen und eine friedliche Ausgleichung anzubahnen. Dagegen dauert der Kampf in der Presse fort* auf diesem Gebiete folgt noch immer eine Flugsch ist der andern, unter denen neuerdings namentlich eine von Emil de Girardin verfaß'e, „La Guerre“ betitelt, einiges Aufsehen machte, welch die bekannte (Sigrist La Guerronières auf all-m Punkten b kämpft, sich ganz entschieden gegen den italienischen Krieg erklâit, und nur für einen Kampf um die na- türlichen Grenzen" die Sympathien der Nation in Aussicht stellt. Den parlamentarischen Erklärungen, unter denen besonders jene des Lord Malmesbury wichtig ist welcher am vor dem Oberhäute „das stä-kste Verträum in die Aufrechtbaltung des Frie­dens aussprach, ist nunmehr eine P -riode der diplomatischen R indichreiben gefolgt. Hier heben wir — abgesehen von einem preußischen und einem österreichischen Rundschreiben, »on welchen die öffentl chen Blätter sprechen — besonders die Note des Grafen Cwour k^â^ryar h?rvor, welche an alle sardinischen Agenten im Auslande gerichtet, im “ d°n "cuesten Be chluß. eine Anleihe von 50 M,ll. Lire zu contrahirm, S'r- £ U hasche Politik zu rechtfertigen, Sardinien als durch Oesterreichs jüngste mili­tärische Maßregeln in Ooeritalien ernstlich bedroht, und zu Defensivmaßregeln genöthigt (!)