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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgafse 21.)

Jg 34. Donnerstag den 10. Februar 1859

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Veberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 10. Februar. (Zur Situation.) Ja der Rede, mit welcher Napoleon 111. am 7. die Session des gesetzgebenden Körpers eröffnet hat, beklagt er die Entmuthigung, welche das öffentliche Vertrauen ergriffen habe, erinnert daran, daß ferne Politik unausgesetzt dahin gerichtet war, Europa zu beruhigen, und daß er namentlich tu der Rede zu Bordeaux die Gewähr gegeben habe, es solle nicht das Zeitalter der Erobe­rungen wieder beginnen. Der Kaiser versichert, er habe Alles gethan, um seine Allianz mit England zu befestigen, und Dies sei ihm gelungen. Er wünscht sich Glück zu den guten Beziehungen mit Rußland und Preußen. Er bedauert dagegen, daß das Wiener Kabinet und das seinige über Hauptfragen sich oft in Meinungsverschiedenheiten befunden hätten, wie z. B. über die Rekonstituirung der Donaufürstenthümer, und es habe eines großen Geistes der Versöhnung bedurft, um zu deren Lösung zu gelangen. Das Interesse Frankreichs sei überall, wo eine Sache der Gerechtigkeit oder der Civilisation zur Geltung kommen solle. In dem gegenwärtigen Stand der Dinge liege nichts Ungewöhnliches. Frankreich hat sich Piemont mehr genähert, das so hingebend im Kriege, so treu der Po­litik Frankreichs im Frieden sich erweise. Demnach sei die glückliche Verbindung des kaiserlichen Vetters mit der Tochter des Königs nicht ein ungewöhnliches Ereigniß, hinter welchem man einen geheimen Beweggrund suchen dürfe, .sondern eine natürliche Folge der Ge­meinsamkeit der Interessen beider Länder und der Freundschaft beider Souveräne. Seit einiger Zeit sei der Zustand Italiens und seine anormale Lage, in welcher die Ordnung nur durch fremde Truppen aufrecht erhalten werde, mit Recht ein Gegenstand der Unruhe der Diplomatie. Aber Dies sei doch keineswegs ein hinreichender Grund, um an den Krieg zu glauben, welchen die Einen mit allen ihren Wünschen, aber ohne rechtmäßige Ursachen herbeisehnen, und den die Andern, von übertriebenen Besorgnissen erfüllt, als die Gefahr einer neuen Koalition Frankreichs darzustellen sich gefallen. „Ich werde unerschütterlich auf dem Wege des Rechts, der Gerechtigkeit und der nationalen Ehre verbleiben. Meine Regierung wird sich weder binreißen, noch einschüchtern lassen, weil meine Politik niemals herausfordernd, noch kleinmüthig sein wird. Esset also fern von uns grundloser Schrecken, ungerechtes Mißtrauen, und eigennützige Schwäche I Der Friede, hoffe ich, wird keineswegs ge­stört werden. Nehmen Sie deßhalb mit Ruhe den gewohnten Gang ihrer Arbeiten wieder auf.