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Zntelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurts /^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jg 30. Samstag den 5. Februar 1859.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 5. Februar. (Zur italienischen Frage.) Die Ausgangspunkte für die Lösung des italienischen Conflictes bilden die Verhandlungen des Pariser Congres- ses vom Jahre 1856. Es dürfte deshalb unter den gegenwärtigen Verhältnissen nicht ohne Interesse sein, an die damalige Stellung der betheiligten Mächte zu erinnern. In der Sitzung vom 8. April 1856 brachte Graf Malewski die Besetzung des Kirchenstaa­tes zur Sprache. Er erinnerte daran, daß die päpstlichen Staaten in keinem normalen Zustande seien, daß die Nothwendigkeit, dieses Land nicht der Anarchie zu überlassen, Frankreich, sowie auch Oesterreich bestimmt habe, dem Verlangen des heiligen Stuhles zu entsprechen, indem ersteres Rom durch seine Truppen besetzen ließ, während die öster­reichischen Truppen die Legationen occupirtcn. Er setzte auseinander, daß Frankreich als katholische, wie als europäische Macht Grund hatte, dem Verlangen des Papstes zu ent­sprechen. Aber auf der anderen Seite, bemerkte der französische Minister, dürfe man nicht verkennen, wie abnorm die Lage einer Regierung sei, welche zu ihrem Fortbestand der Unterstützung fremder Truppen bedürfe. Er nehme keinen Anstand zu erklären, und er yoffe, daß Graf Buol sich in Betreff Oesterreichs dieser Erklärung anschließen werde, daß Frankreich nicht allein bereit sei, seine Truppen zurückzuziehen, sondern auch den Augen­blick sehnlichst herbeiwünsche, wo es dieses thun könne, ohne die innere Ruhe des Landes und das Ansehen der päpstlichen Regierung zu gefährden. Er glaube, daß ein für die Befestigung der päpstlichen Regierung ausgesprochener Wunsch nicht nutzlos sein würde Lord Clarendon äußerte, er halte es nicht für nützlich, die Ursachen zu untersuchen, welche fremde Armeen nach verschiedenen Punkten Italiens geführt haben, er glaube aber auch diese Ursachen als gerechtfertigt zuzugeben, daß daraus nichts destoweniger ein ano­maler, unregelmäßiger, nur mit der äußersten Nothwendigkeit zu rechtfertigender Zustand hervorg-rufen sei, der aufhören müsse, sobald diese Nothwendigkeit sich nicht mehr gebiete­risch fühlbar mache. Thue man aber nichts, um dieser Nothwendigkeit ein Ende zu machen, so werde sie fortdauern; stütze man sich lediglich auf die bewaffnete Macht, statt den ge­rechten Ursachen zum Mißvergnügen abzuhelfen, so mache man sicher ein für die Regie­rungen wenig ehrenvolles und für die Völker beklagenswerthes System permanent. Er glaube, btt Verwaltung der römischen Staaten weise Unzuträglichkeiten auf, aus welchen