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Zntelligenz-B1att

der freien Stadt Frankfurts

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 28. Donnerstag den 3. Februar 1859.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 R. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Etnrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick -er Ereignisie im Webiete -er polLtifcheü und materieRen Interessen.

Frankfurt, 3. Februar. (Zur Situation.) Im Laufe der verflossenen Woche sind die Kriegsbesorgnisse unbestreitbar wieder mehr in den Vordergrund getreten. Wenn dieselben auch an eigentlich thatsächlichen Vorgängen keinen Anhalt fanden, so nährten sie sich doch von mancherlei Gerüchten, welche namentlich durch die „Jndëpendance Blge" Verbreitung sanden und wurden durch die muthlose Haltung der. Börse verstärkt, welche sich in einer fortschreitenden Entwerthung aller Papier-Effekten aussprach. Den Gerüch­ten über ein zwischen Frankreich und Piemont abgeschlossenes Schutz und Trutz-Bündniß trat der „Moniteur" entgegen, jedoch hatte die Note des offiziellen Organs keine durch­greifende Wirkung, weil die von der Unruhe des Augenblicks überwältigte öffentliche Meinung in der diplomatischen Erklärung eine eigentliche Widerlegung des thatsächlichen Punktes nicht erblicken wollte. Nicht ohne beruhigenden Eindruck blieb die Nachricht daß England durch gleichzeitige Vorstellungen an die Kabinette zu Wien und zu Turin Bürgschaften für die Erhaltung des Friedens zu erlangen suche. Einige Aufmerksamkeit durfte auch die Nachricht verdienen, daß Frankreich die Anwerbung sogenannter freier Arbeiter an den afrikanischen Küsten und auf Madagaskar aufgebe. Bei der Lebbaftig- keit der über den Gegenstand geführten Controverse beweist dieser Beschluß, wie sehr es der Tuilerien Regierung darum zu thun ist, in der gegenwärtigen Situation die öffentliche Meinung und die Staatsmänner Englands der französtschenPolitik geneigt zu erhalten.— Die Polemik der britischen Presse hat insofern einen ausgeprägteren Charakter an­genommen, als die Erorteru^ der ftalienischen Frage für die Wbig-Blätter zur Veran- anlossung gkworden -st auch in Betreff der auswärtigen Politik der Opposition gegen das Tory Cabinct einen Bestimmten Ausgangspunkt zu geben. Die „Mormnâ Post"^iwitt SW keinem bestimmten Programm hervor, welches der allgemeinen englisches Loosung „Nichtlutervention widerspräche; aber sie geräth den abkühlenden Artikeln be^ ^m"3" des „Mormng-Herald" gegenüber in immer lebhafteres Feuer für die Befreiung s"n^ H^^chaft, bekämpft die österreichische Politik mit demselben Eisers welchen sie der Vertheidigung der franzö,lschen Tendenzen widmet, und klagt das Tory- Cabiliet an, der Position Oesterreichs in Italien eine moralische Garantie zu geben. Im entschiedenen Gegensatze hiezu stehen die „Times." Sie »erben immer schroffer in ihren