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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

Jg 22. Donnerstag den 27. Januar 1859.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, 27. Januar. (Zur Situation). Die allgemeine Stimmung ist im Laufe dec jüngsten Woche eine wesentlich ruhigere geworden und zu diesem günstigen Ergebniß haben sowohl negative als posttwe Ursachen be getragen. In ersterer Beziehung ist zu bemerken, daß die neuesten Mittheilungen aus Italien zwar noch immer den aufge­regten Zustand der Gemüther constatiren, aber von keiner Thatsache berichten, welche als der erste Funke eines die Ruhe Europa's bedrohenden revolutionären Brandes erscheinen könnte. Als positive Bürgschaften für die Erhaltung des allgemeinen Friedens dürfen die Schritte gelten, welche sowohl von Seiten Oesterreichs, als von Seite der Pforte gethan wurden, um die aus den Serbischen Wirren stammenden Schwierigkeiten zu ebenen. Die Pforte hat, unter Wahrung ihrer Ober Hoheits-Rechte, die vollzogenen Thatsachen geneh­migt, und die neuesten Erklärungen des Wiener Kabinets in Bettest einer beabsichtigten Verstärkung der türkischen Besatzung in Belgrad durch österreichische Truppen sind offen­bar bestimmt, einer Streitfrage, welche bereits ihre thatsächliche Bedeutung verloren hatte, auch den prinzipiellen Stachel zu nehmen. — Die britische Presse siebt bei der ita­lienischen Bewegung, wie dieselbe sich in gegenwärtigem Augenblicke darstellt, kein englisches Interesse im Vordergrund und erklärt sich daher im Allgemeinen für die Politik der Ncht- einmilchnng. Einen bestimmteren Charakter gewinnt die Polemik der Londoner Blätter durch die Stellung, welche dieselben zu den Ansichten und Strebungen der Napoleonischen Regierung einnehmen. Am deutlichsten prägt sich dies in der Sprache der „Times" aus, welche in der gegenwärtigen Krists „nicht sowohl den unüberwindlichen Freiheitstrieb eines Volkes, als das Bedürfniß eines großen Militair Regiments" erkennen wollen und deshalb abwechselnd gegen den „Ehrgeiz eines ungestümen italienischen Souveräns" und gegen die „friedensfeindlichen Provokationen" der Napoleonischen Politik ihr rhetorisches Feuer spielen lassen. Die „Times" werden durch die Abneigung gegen eine unter französischen Auspizien unternommene Bewegung zu Gunsten der italienischen Nationalität so aus 'hrer Fassung gebracht, daß sie im vollen Widerspruch gegen ihre frühere Auffassung die Erhal­tung des Friedens als den Wunsch und das Bedürfniß Europa's anerkennen und in leb- hafrer Ausführung entwickeln, daß England für seinen den Freiheitsbestrebungen unterdrück­ter Völker gewährten Beistand nur Undank, nicht Gewinn, zu erwarten habe. Der mini«