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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

^N 18. Samstag den 22. Januar 1859.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückungsgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 22. Januar. Der Brennpunct der heutigen Kriegsgefahr liegt offen­bar in der Frage: wie weit Sardinien und die sich ihm etwa beigesellcnden insurrectio- nellen Bevölkerungen auf die Hülfe Frankreichs zählen können. Ohne diese Hülfe unterliegt es keinem Zweifel, daß Oesterreich abermals siegen würde. Es liegen über diesen Punct einige beachtenswerthe Zeugnisse vor, welche zwar aus der republikanischen Epoche Frankreichs stammen, aber so sehr das französische Interesse voranstellen, daß sie wohl auch unter einer andern Regierungsform Gültigkeit ansprechen können. Lamartine (le passé, le présent et l’avenir de la république ) gesteht offen, daß der Sieg der Oester- reicher über Karl Albert in den Interessen Frankreichs lag, „denn wäre es dem König von Sardinien gelungen, Mailand, Venedig, Parma, Modena und vielleicht Toscana zu seinen Staaten zu fügen, so hätte Frankreich nicht dulden können, daß sich eine Macht zweiten Ranges, die an seiner Schwelle stand, in eine Macht ersten Ranges verwandelte. Die Grenze dieses neuen Königreichs würde sozusagen die Thore von Lyon berührt haben. Im Fall eines Bündnisses dieser neuen Macht mit Oesterreich wäre die Vertheidigung^ stellung Frankreichs gänzlich verändert worden. Frankreich hätte in diesem Falle die Auslieferung von zwei Pfändern, Nizza und Savoyen, verlangen müssen." Julius Bastide, Minister der auswärtigen Angelegenheiten unter der provisorischen Regierung und unter Cavaignac (la république fran<;aise et (Italic en 1848, récits, notes et docu- ments diplomatiques) ist nicht weniger offen als sein poetischer College, wenngleich er Gebietsabtretungen nicht ebenso zart anzudeuten versteht. Zuerst kommt ein Scheingefecht: Republik oder Monarchie treten in den Vordergrund; der Marchese di Pareto hatte in London erklärt, Sardinien rücke in der Lombardei ein, um republikanische Bewe­gungen daselbst zu verhindern; jetzt erklärte Bastide, die Republik Frankreich werde nicht die Vergrößerung der Monarchie Sardinien unterstützen. Aber in der Rote Bastide's an den Grafen Bois-le-Comte vom 19. Juli wird der Grundgedanke von diesem Mantel entkleidet, so ausgesprochen: „Wir wünschen aufrichtig die Be- freiung Italiens, — aber wir können mcht zugeben, daß eine Macht von 11—12 Millionen sich zwischen beide Meere lagere, an sich schon furchtbarer für uns als Oesterreich, furchtbarer noch durch die Aussicht, das übrige Italien noch in sich auf-