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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurts zS^

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. I

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

â 2. Dienstag den 4. Januar 1859.

Ue-erbUS -er Ereignisse im Gebiete der politischen nn- materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. Januar. Da die deutsch-österreichische Zolleinigungsfrage gegen­wärtig in der Presse wieder lebhafter besprochen wird, so wollen wir unseren Lesern zur Orientirung eine Berliner Korrespondenz der Augsburger Allgemeinen Zeitung mit- theilen, welche von der letzteren ausdrücklich als aus gut unterrichteter Quelle herrühtend bezeichnet wird. Dieselbe lautet wie folgt: „Der Verfasser der in Frankfurt a. M. erschienenen Schrift: „Die Aufgabe deutscher Politik" sagt Seite 89: „Wir glauben nicht an eine Erneuerung des Zollvereins ohne Oesterreich. Zu unvollkommen zeigt sich diese Schöpfung in ihrer jetzigen Gestaltung, wo'Vorurtheil, Laune und Souverainitäts- sncht des kleinsten Staates auch den bescheidensten Fortschritt zu verhindern vermögen. Zu viel Anziehendes hat für jeden Denkenden der Plan, der wirthschaftlichen Verbindung mit Oesterreich, das sich kräftig fortentwickelt, bei seiner aber zur Zeit noch unvollkomme­nen Entwickelung auf lange Frist die Aussicht auf eine vortheilhafte Erweiterung der deutschen Märkte und Bezugsquellen gewährt". In Bezug auf Bayern wird angedeutet, es habe die ganze süddeutsche Bevölkerung hinter sich, wenn es entschieden, und sogar um den Preis der bisherigen Vereinigung mit Norddeutschland. den Anschluß Oesterreichs fordere u. s. W. Vor allem möchte es bet dieser wichtigen und tiefeingreifenden Frage der Klarheit darüber bedürfen, was man unter Anschluß Oesterreichs an den Zoll­verein denn eigentsich versteht. Wir können kaum voraussetzen, daß der Verfasser der in Rede stehenden Schrift die anzustrebende Zolletnigung dahin auffaßt, daß zwischen dem Zollverein und dem österreichischen Zollgebiet eine Revenüeneintheilung und eine Gemein- amkeit der Caffe stattfinde. Würde letzteres aber als dasZiel der Zolleinigung gedacht, o glauben wir mit aller Offenheit darauf Hinweisen zu müssen, daß es in Preußen schwèr- ich irgend einen Staatsmann giebt,, welcher an die. Möglichkeit einer solchen Einigung zwischen dem Zollverein und Oesterreich glaubt, wenn der Verwirklichung auch der best­redlichste Wille aller betreffenden Staaten zur Seite stehe. Wir dürfen deshalb wohl nicht zu viel sagen, wenn wir die Behauptung aussprechen, daß von Seiten Preußens auf eine derartige Zoll-Einigung nun und -nimmer eingegangen wird. Daß die beiden deut­schen Großmächte aus einem System der Trennung und Absperrung, welches sie im ganzen Verlauf ihrer, bisherigen Handelsgeschichte mehr oder weniger streng gegeneinander aufrecht erhalten haben, in einem vertragsmäßig begründeten Zustand unter Mitwirkung und Be­theiligung der meisten übrigen deutschen Staaten eingetreten sind, welcher um Handel und Verkehr zwischen den betreffenden Gebieten durch ausgedehnte Zollbefreiungen und