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Intelligenz-Blatt der Men MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthsusgaffe 21.)

M 275. Samstag dm 20. November 1858.

Neberbttrk der EreLgniffe im Gebiete der politischen And Materiellen Interessen.

Frankfurt, 20. November. (Die chochinchinesische Expedition). Der französische Marineminister erhielt vom Viceadmiral Rigault de Genouillp, Commandant der französischen Seestreitkräfte in den chinesischen Meeren, einen Bericht über die Be­setzung der Forts und der Halbinsel Tourane vom 17. September, dem wir folgende Stellen entnehmen: „Herr Minister! Ich habe die Ehre, Ihnen anzuzeigen, daß die Befehle des Kaisers hinsichtlich der Wegnahme der Forts von Tourane und ihrer Be­setzung ausgeführt sind. Am Morgen des 30. August, vonPu-liKan abgegangen, langte die französische Flotten-Division, zu welcher der spanische Dampsaviso „el Cano" mit zwei 16-Pfündern armirt und einige Tage vorher die „Dordogne" mit 450 Mann Truppen von den Philippinen gestoßen waren, am Abend des 31. zu Tourane an. Nachdem der Gouverneur der Forts schriftlich aufgefordert worden war, sie mir zu übergeben und die ihm gestattete zweistündige Frist ohne Antwort verstrich, griff ich am 1. September Mor­gens zugleich alle am Ankerplatz gelegene Werke und die beiden von französischen Inge­nieuren an der Mündung des Flusses erbauten Forts an. Alle Capitäne, insbesondere Capitän Reynauld, manövrirten vortrefflich, um die ihnen angewiesene Stellung einzuneh­men. Nachdem wir erst die resp. Posten eingenommen hatten und die den Cochinchinesen gewährten 2 Stunden — die Uhr in der Hand — abgelaufen, waren wurde die Natio- nalstagge am großen Maste der „Nemesis" aufgehißt und dadurch allen Fahrzeugen das Signal gegeben, ihr Feuer zu eröffnen. Gleichzeitig wurde die spanische Flagge am Besan-Mast aufgezogen. Nach einer halben Stunde kräftiger Kanonade, deren wohlgezielte Schüsse alle trafen, war das Feuer der Forts, welche den Ankerplatz vertheidigten, zum Schweigen gebracht. Die Landungscompagnien der „Nemesis", des „Phlegeton", des „Primauguet" und der halben Geniecompagnie wurden nun unter Befehl. des Linienschiffs- Capitän Reynaud sofort ans Land geworfen und erkletterten und nahmen sie unter dem Rufe: „Es lebe der Kaiser". Ich marschirte mit dieser Colonne. Kurz darauf landeten die französischen und spanischen Truppen, welche ich vor und in der Nähe der Forts in Schlachtordnung aufstellte. Während sich dieses am Ankerplätze der großen Schiffe ereignete, kanonirten 3 unserer Kanonenboote und der spanische Dampfaviso „el Cano" die Forts an der Mündung des Flusses. Eines dieser Forts, das westliche, sprang nach halbstündiger Beschießung, durch unsere gezogenen Kugeln, mit furchtbarem Ge­räusch; die an das Pulvermagazin angrenzende, fortlaufende Courtine war völlig