ZntelligenzBIatt
der freien KM Frankfurts
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, Md den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 81.)
M 269. Samstag den 13. November 1858.
ÄeberbLiâ der GreLgnLjse im Gebiete der politischen und Materielle» JntereUe».
Frankfurt, 13. Nov. Nachdem am 6. d. M. die Neubildung des Ministeriums in Preußen erfolgt ist, dürfte cs für unsere Leser von Interesse sein, über die persönlichen Verhältnisse der Mitglieder des neuen Cabinets etwas Näheres zu erfahren. Der Fürst Karl Anton zu Hohenzollern-Sigmaringen ist geboren am7. September 1811, succedirte seinem Vater in Folge der Session desselben am 27. August 1848 in der Regierung, entsagte derselben mittelst Staatsvertrags vom 7. December 1849 zu Gunsten des Königs von Preußen und erhielt durch königl. Ordre vom 20. März 1850 das Prädikat „Hoheit" mit den Prärogativen eines nachgeborenen Prinzen des königl. preußischen Hauses. Der Fürst ist königl. preußischer Generallieutenant, Chef des 26. Infanterie- Regiments und Commandeur" der 14. Division in Düsseldorf. Rudolph v. Auerswald war vom Jahre 1842 bis zum März 1848 Regierungspräsident in Trier und wurde dann für kurze Zeit zum Oberpräsidenten der Provinz Preußen ernannt. Ende Juni 1848 trat er bekanntlich an die Spitze des Ministeriums, welches auf das Camp- bausen'sche folgte. Am 7. September 1848 gab er seine Entlassung und kehrte zuerst als Oberpräsident nach Preußen zurück. Zwei Jahre darauf wurde er Oberpräsident der Rheinprovinz; unter dem Ministerium, Westphalen entlassen, betheiligte er sich nur noch als Abgeordneter an den Staatsgeschäften. Der Freiherr Alexander V. Schlei« mtz war Gesandter in Hannover als er am 29. Juli 1849 zum Minister des Auswärtigen berufen wurde. Er leitete die preußische Politik im Sinne der damaligen Unionsbestrebungen, trat jedoch zurück, als am 26. September desselben Jahres Herr von Radowitz die Vertretung dieser Politik im Cabinct selbst übernahm. Seitdem lebte er von den Staatsgeschäften zurückgezogen. Der Generallieutenant und commandirende General des 7. Armeecorps, Eduard v. Bonin, war bereits während des orientalischen Krieges Kriegsminister und erhielt damals wegen einer bekannten Meinungsäußerung vor der Commission des Abgeordnetenhauses seine Entlassung. Der Freiherr Eras- wus Robert von Patow wurde am 18. April 1848 zum Handelsminister berufen und schied am 25. Juni mit den meisten übrigen Mitgliedern des Mmistcriums Eamphausen aus Er wurde Oberpräsident von Brandenburg und trat im October 1849 aus dem Staatsdienste. Seitdem blieb ihm eine verdienstvolle Thätigkeit im Abgeord- netenhause, die allgemein anerkannt ist. Eduard Heinrich Flott well war Ober- hräsident in mehreren Provinzen und eine Zeit lang Finanzminister. Zuletzt verwaltete