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ZatelligeuzBlatt

der freien Stadt Frankfurts /^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. f

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

â 261. Donnerstag den 4. November 1858.

DM" Inserate, besonders größere, welche den folgenden Tâg nach der Aufgabe im Jntelligenzblatte erscheinen sollen, werden Vormittags von der Expedition erbeten.

UeberbLick der Ereignisse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. November. (Zur Situation.) Während die französischen Jour- vale die Mäßigung und den Edelmuth preisen, mit denen die französische Regierung bei Regelung der Lharles-Georges-Angelegenhett zu Werke gegangen, protestiren die portu- zichschen Blätter gegen die Gewalt, welche ihrer Regierung durch Frankreich in diesem Steife angethan worden ist. Auch soll die Note, welche die portugiesische Regierung dem stanMschen Gesandten in Lissabon übergab, sich in ähnlichem Sinne altssprechen und in die Herausgabe des Schiffes nur deshalb einwilligen, weil „Portugal der Gewalt keinen Widerstand leisten könne". Die Vermittelung einer dritten Macht zur Festsetzung der von Frankreich verlangten Entschädigung hat Portugal zurückgewiesen und diese Festsetzung Frankreich überlassen, welches darauf die Entschädigungssumme angeblich auf 180,000 Frcs. festgesetzt hat. Somit ist Frankreich, wie vorauszusehen war, siegreich aus diesem Streite hervorgegangen ; in Portugal aber soll die Stimmung im Volke über die erlittene Nieder­lage sehr bedenklich sein, so daß die in Lissabon wohnenden Franzosen befürchten, das gemeine Volk möchte sich Excesse gegen sie zu Schulden kommen lassen. — In Frankreich hat die kürzlich erhobene Anklage gegen den Grafen Montalembert, als Autor eines im „Correspon- dant" erschienenen Artikels: Un débat sur Finde au parlement anglais, großes Aufsehen erregt, da Beklagter unter Anderm angeschuldigt ist „der Aufreizung zum Haß und zur Verachtung der Regierung des Kaisers", und „versucht zu haben, den öffentlichen Frieden zu stören, indem die Bürger zur Verachtung und zum gegenseitigen Haß aufgereizt wurden" — Vergehen, welche nach den betreffenden Artikeln des Gesetzes eine mehrjährige Gefängniß­strafe nach sich ziehen. — In Belgien geht bas Gerücht, König Leopold hege die Ab- stcht, zu Gunsten seines Sohnes, des Herzogs von Brabant, dem Throne zu entsagen, ein Gerücht, welches wohl in Folge der Rede entstanden ist, welche der König unlängst bei Einweihung der Eisenbahn zu Ärlon gehalten, und worin es heißt: „Meine Regierung fängt an, lang zu währen." — England ist fortwährend auf die Vermehrung seiner Flotte bedacht. In letzter Zeit sind abermals viele Kriegsschiffe theils reparirt, theils vom Stapel gelassen worden. In Chatam werden gegenwärtig wieder zwei neue Kriegs-