ZnteHigenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
â 257. Samstag den 30. October 1858.
UeberbUck der Ereignisse im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.
Frankfurt, 30. October. Thomas Ca rlyle, der Biograph Schiller's, hat es aH unternommen, „die grenzenlose Unwissenheit , welche in England über das Leben Friedrichs des Großen herrscht", aufzuklären durch eine Geschichte desselben, wovon der erste Band in der Uebersetzung von I. Neuberg (Berlin, Decker) vorliegt. Es ist ein wunderliches, aber anziehendes Buch; den Eingang bildet das hohe Alter König Friedrich's, wir erhalten sein Bild um 1778, dann seine allgemeine Würdigung; plötzlich aber taucht der Verfasser in die Tiefe und führt uns von der Stiftung des preußischen Königthums 1700 zurück bis zu den ersten Anfängen der Hohenzollern 924, um dann am Schluß des Bandes bis 1608, zur Vergewaltigung der Reichsstadt Donauwerth zu gelangen. Der Verfasser muß sein Publikum am besten kennen und wissen, ob eine so springende, halb humoristische, beständig aus der englischen Geschichte und der Gegenwart ihre Beziehungen M deutschen Mittelalter herbeiholende Darstellung den englischen Lesern genehm ist, ob Aen nur mit solchen feuilletonistischen Gewürzen die Kost der Geschichte mundgerecht wird. M den deutschen Leser wird besonders das Urtheil des Verfassers beachtenswerth sein. M sagt in dieser Hinsicht manches gewichtige Wort: „Beim Ausbruch der französischen «volütion, jener gewaltigen Explosion und Selbsttödtung seines Jahrhunderts, sank Fried- ’l® schwarze Dunkelheit, nur von der Helle lodernder Feuersbrünste unterbrochen, in welcher für unsere erschrockene Einbildung nicht Menschen, französische oder andere zu sehen waren, sondern grausige Omina und Gestalten rächender Götter. Man muß zugeben, die
Napoleons war titanisch, namentlich für das Geschlecht, das ihn schaute und schau- «ernd erwartete, von ihm verschlungen zu werden. Ueberhaupt war in jener französischen Mvoluiwu alles in einem gewaltigen Maßstabe ; dabei ward alles in Bülletins verkündigt, die an die Viergroschengallerie gerichtet waren, und es befanden sich Kerle auf der Bühne M Säbeln so breit, Backenbärten so dicht und Kehlen von solcher Stärke und solchen «assen von Menschen und Schießpulver zu ihrer Disposition, wie bis dahin nie erhört m ®*CÈ alles hat sich jedoch seit einem halben Jahrhundert sehr geändert. Wie ^.âss'ssarbas-Ausstasfirung nach und nach hinweggerissen wird, sieht man die natürliche
Es zeigt sich allmälich, daß große Menschen auch vor der Aera der Bülle- k ’ ^7^ haben. Austerlitz und Wagram verschossen mehr Pulver, brachten aber beide ^ ®W ein Zehntel der Niederlage bei, wie jene von Roßbach, bewerkstelligt 47g '«v^kgische Kunst, menschliche Genialität und Herzhaftigkeit und die Einbuße von 9 — Napoleon freilich, vermöge eines unerhörten Aufwandes von Menschen
bwA a l™r "N Zehntel der Niederlage bet, wie jene von â N> ^l^ Kunst, menschliche Genialität und Herzhaftigkeit