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Zntelligenz-Blatt der freien MdI MMM, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

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Samstag den 23. October 1858.

UeberbliLZ dex GreLgnMe im WsLLets Bet politischen nnH materiell Interessen.

Frankfurt, 23. Octobsr. Die Aufhebung der Durchfuhrzölle, für welche die Mßhche Regierung sich entschieden hat und für deren Beseitigung sie ihren Einfluß auf du in Hannover tagenden Zollconferenz verwenden wird, ist eine für den gesummten Wmrenverkehr des Zollvereins und namentlich auch für unsere Vaterstadt so wichtige und Mhwmdigc Maßregel, daß wohl nur Wenige den angeblichen finanziellen Nachtheil höher als ten Wegfall dieser großen Hemmung der freien Waarenbewegung schätzen werden. Gerade bei der Forderung der Ermäßigung oder Aufhebung der Transitzölle traten die HttoWn Eifersüchteleien zwischen den Zollvereinsstaaten recht stark hervor. Seit Jahren drang Preußen auf die Ermäßigung des Transits, aber bald wollte man von einer Seite die Einwilligung von einer gleichzeitigen Ermäßigung der Flußzölle abhängig machen, bald die Erleichterung des Verkehrs von anderer Seite nicht allen, sondern nur gewissen Straßen zuwenden. Waaren, welche durch das Land gehen, bezahlen bereits die Abgaben, die von Straßen und Brücken erhoben werden, die Bewohner verdienen dabei nicht un- ikdcuteiid, nichts destowentger wird nach mittelalterlicher Anschauung ein Zoll für den Waareudurchzug erlegt, während man glauben sollte, daß ein Land viele Mühe daran ichkn müßte, den Durchgang der Waaren an sich zu locken, statt sie durch einen Zoll zu verscheuchen. Holland, Belgien, Frankreich und England haben daher in richtiger Würdi- Mg ihrer Handelsinteressen die Durchgangsabgaben beseitigt, die Schweiz sie sehr ermäßigt, Belgien erhebt zwar nach dem Tarif vor 1857 für Steinkohlen, die aus einem fremden ^aude in ein fremdes Land gehen, einen Zoll, damit die Ausfuhr der belgischen Kohlen

Frankreich nicht beeinträchtigt werde, aber alle andern Waaren gehen frei durch Bel- Mn. , Wie wichtig ist nun bei der Lage Deutschlands die Durchfuhr nach Oesterreich, der âikei, Rußland, Italien, der Schweiz und Frankreich. Die Schweiz verschickt große Quantitäten Waaren nach überseeischen Ländern und empfängt von dorther die Rohstoffe; vereis geht ein Theil des Transits durch Frankreich, es ist die höchste Zeit zur Aufhebung m Durchgangsabgaben. Rußland bezieht aus Frankreich große Quantitäten Luxusartikel, «eide, Wein, Modewaaren, welche unter Beibehaltung des Transit-Zoll den Seeweg sobald die Dampfschifffahrt sich nach den russischen Häfen mehr belebt hat. Die ^t)enba^nen gleichen die Nachtheile aus, unter denen der Landtransport dem Seetransport Wenuber bisher zu leiden hatte, deshalb kann der Zollverein im Waarenverkehr nach dem Orient vollständig mit jenen Häfen concurriren, deren Schiffe erst die Straße von Gibraltar Msslren, den weiten Weg durch das mittelländische Meer zurücklegen und die hohe Seeversiche-