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ZntelligenzBlatt

der freien Stadt Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, â^WW^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. F

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachchausgasse 21.)

"JK 245. Samstag dëüHctöber 1858.

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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 16. October. (Die Zukunft des europäisch-persischen Handel s.) Die handelspolitische Stellung Persiens hat sich in der neueren Zeit mehr­fach geändert, theils in Folge der politischen Verhältnisse zu den europäischen Staaten, theils durch die Wandelung welche in den innern Zuständen Persiens, in seiner Industrie und den Bedürfnissen der Bevölkerung eingetreten ist. Wenn frühere Jahrhunderte Per­sien als ein Wunderland der Pracht und des Luxus betrachten und seine industriellen Leistungen, namentlich in der Kunstweberei, Schönfärberei, Schwertfegekunst rc. in Europa eines großen Rufes genossen, wenn Persien mit gewissen Artikeln seiner Ausfuhr den europäischen Markt beherrschte, so ist es seit hundert Jahren von der Höhe seiner Indu­strie allmählich gesunken, während die Gewerbthätigkeit in Europa zu immer höherer Blüthe sich entfaltete. Es ist eine unleugbare Thatsache, wie Dr. Blau es ausspricht, daß die persische Industrie in neuerer Zeit in allen ihren Zweigen von derjenigen anderer Länder weit überflügelt worden ist, eine Thatsache, die für die commerziellen Aussichten unserer Industrie nach Persien hin von großer Bedeutung ist. Die Ursachen dieses Sin­kens waren besonders der Mangel an Ruhe und Ordnung, ohne welche der Gewerb- und Kunstfleiß nicht zu gedeihen vermag. Nach dem Tode Nadir Schahs (im Jahre 1747), unter welchem Persien sich noch bis an das Jndusthal erstreckte, zerrütteten Bürgerkrieg das Reich. Die jetzt regierende Dynastie der Kadscharen mußte Provinz für Provinz das Land erobern und hatte, da die Fürsten, als Turkomanen, den eigentlichen Persern verhaßt waren, wie sie es jetzt noch sind, zu viel mit der Sicherung ihrer Macht zu thun, als daß sie ihre Thätigkeit der Hebung der Industrie und des Handels widmen konnten. Die Unsicherheit des Besitzes verhinderte eine Ansammlung des Kapitals in den Handen Ein­zelner, die Idee der Kavitalassociation aber, sowie die eines geordneten Kreditwesens geht den Persern gänzlich ab, so daß ihnen auch diese Bedingungen des Fortschritts der In­dustrie fehlen. Obgleich die technischen Fertigkeiten zu großer Vollkommenheit in Persien gediehen sind, so daß der persische Handwerker nicht bloß die Hande und Fuße, sondern auch die Zähne bei seiner Arbeit dienstbar macht und dadurch gewissermaßen den Mangel