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Ueberbliek der Ereignisse im Gebiete der politischen M nu- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 7. September. (Zur orientalischen Frage.) Das Finanz- Edict, welches der Sultan dieser Tage erlassen hat, gehört zu den Naivetäten, die nur noch im Orient möglich sind. Es ist gerade wie eine unserer Zeitungsannoncen von Hinz oder Kunz, in welcher der bedrückte Ehemann anzeigt: man möge seiner Frau nichts borgen, da er für richtige Zahlung nicht einstehe. Ebenso erklärt der Sultan, er habe zu seinem Bedauern erst jetzt erfahren, welche schreckliche Verschwendung in seinem Haushalte herrsche und wie es nöthig sei,'daß er sich einschränke; wie man sich aber auch hüten möge, seinen Frauen zu borgen, da er nichts für sie zahlen werde, wenn sie über die Höhe der ihnen bestimmten Nadelgelder hinausgingen. Es war Zeit, daß endlich Jemand den Muth ge­faßt hat, den Großherrn über die traurige Finanzlage des Landes aufzuklären, die gar nicht so schlecht geworden wäre, wenn nicht der Palast den besten Theil der Einnahmen verschlungen hätte für unsinnige Luxusbauten und für die Verschwendung des Harems, dessen Bewohnerinnen keinen anderen Zeitvertreib haben, als alle möglichen unnützen Aus­gaben zu machen. Wan braucht sich nicht darüber zu wundern; am Ende hat man ohne türkische Frauenwirthschaft auch in Europa Derartiges erlebt, nur mit dem Unterschiede, daß, wie ettpa unter dem vierzehnten und fünfzehnten Ludwig, kein Mensch einzureden wagte und das ganze Land zum Besten absoluter Leidenschaften ruinirt wurde. Der Sultan dagegen läßt mit sich reden; er hat keine seidene Schnur mehr für unbequeme Rathgeber, er hat nicht einmal eine Bastille und ist blos ungnädig gegen Die, welche nicht früher offener gegen ihn gesprochen haben. Wie sehr man auch dem ganzen türkischen Wesen gram sein muß, man kann nicht umhin, ein aufrichtiges Mitgefühl für den armen Herr­scher zu haben, der überall das Beste will, der sich stets human und wohlwollend gezeigt und der nur das Hamlet-Unglück hat, geboren zu sein, um eine Welt, die aus den Fugen gerathen, wieder einzurichten. Zu allen Zeiten scheitert aber ein solches Bestreben, wenn es nur durch Mittel ausgeführt werden kann, die im Widersprüche mit den Prin­zipien stehen, auf welche diese aparte Welt begründet worden ist. Was durch das Schwert gewonnen ist, läßt sich nicht durch Milde, was durch Fanatismus, nicht durch Toleranz, was durch Barbarei, nicht durch Humanität behaupten, gewiß nicht, wenn die Macht schon im Verfall, schon im Sterben ist, denn da fehlt es an den gesunden Säften, an der Re- aenerationskraft, etwas Neues zu schaffen. Der Tod kommt, ehe das Neue geboren, ehe das Geborene dem Wind und Wetter widerstehen kann. So geht es dem Türkenthum; «s war ein Lager und kann nicht mehr eine Familie werden.