Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, M^M^W und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. |
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(Expeditton: am Geistpförtchen, Schlachthausgafle 21.)
Jg 209. Samstag den 4. September 1858.
Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 4. September. (Das Geld II.) Das Metallgeld ist von Krug das Geld des Verstandes genannt. AIs der Verstand zu reflectiren begann über das eigentliche Wesen des Geldes, lös'te sich auch der Begriff des letzter« von dem der Waare dergestalt, daß beide Begriffe in eine Art von Gegensatz traten, wie Vorstellung und Gegenstand, Subjectives und Objectives. Wenn alle Tauschmittel früher Geld waren, so wurde durch jene Ablösung des Begriffes des Geldes, von dem der Waare, das Geld das einzige und allgemeine Tauschmittel und damit zugleich der Werthmeffer aller Dinge. Diesen Werthmeffer richtig zu reguliren und zu gebrauchen, erfordert Reflexion. Schon der bloße Gedanke eines allgemeinen Tauschmittels und Werthmeffers kann nur geboren und entwickelt sein, als Handel und Verkehr durch ihre Ausdehnung und Lebhaftigkeit den höheren Stand der Civilisatton bekundeten. Im Anfänge seiner Anwendung als Geld war das Metall noch ohne Form und Prägung, sein Geldwerth wurde nach dem Gewichte festgestellt und geschätzt, auch wohl mit Gewichtszeichen versehen, die öffentlichen Glauben beanspruchten, aber nicht immer erhielten. Dieser Gebrauch nach dem Gewichte machte das Metallgeld noch unbequem, schwerfällig und unzuverlässig für den allgemeinen Verkehr. Erst die Prägung, in welcher ihm die öffentliche Autorität des Staates, in der Regel repräsentirt durch den Landesherrn, einen bestimmten Münzwerth gab, beseitigte diese Nachtheile. Das Metallgeld mit Münzwerth ist erst das Product fest begründeter, vollständig geordneter Staatsverhältnisfe. Trägt nun auch die Geldmünze in ihrem Stempel und Gepräge das von der öffentlichen Autorität beglaubigte Zeugniß eines anerkannten richtigen Werthmeffers, so fehlt es doch auch ihr noch an jener feinen, gewissermaßen ätherischen Natur, welche dem Geld erst seine universelle Anwendbarkeit verleiht und es befreit von allen Schranken, die sich seiner Beweglichkeit in Zeit und Raum entgegenstellen. Wegen seiner Massenhaftigkeit wird das Metallgeld noch von dem Prinzipe der Trägheit beherrscht, ist es noch alle« Gefahren unterworfen, welche jedem an sich werth- vollen Körper mit Vernichtung oder Veringerung drohen. Diese Eigenschaften gestatteten noch eine weitere Analyse des Wesens des Geldes. Der Vorzug des Metall- oder vielmehr des gemünzten Geldes vor dem früheren Tauschgelde besteht nur in dem Gepräge, dem öffentlichen Stempel seines Werthes und seiner Gemeingülttgkeit. Diesen Stempel von ihm abzulösen und gewissermaßen allein als Geld zu verkörpern, mußte als höchste Idee des Wesens des Geldes erscheinen und die Verwirklichung dieser Idee ein wahres Geldideal, < ; wahrhaft ideales Geld