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ZntelligenzBIatt der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 207. Donnerstag den 2. September

1858.

Heb erblick -er Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 2. September. (Das Geldl.) Das Wesen des Geldes über­haupt und insbesondere des Papiergeldes in seiner allseitigen Bedeutung und Wirk­samkeit zu kennen und zu beurtheilen ist heutzutage um so schwieriger, als dasselbe in der modernen Ausdehnung und Beweglichkeit aller Werth- und Produktions-Verhältnisse sich Gewissermaßen verflüchtigt, der Wahrnehmung entzogen und dem Schatten des Geldes, em Credit, seine Vertretung überlassen hat. Die Kenntniß und Beurtheilung desselben ist zugleich um so nothwendiger, als seine Verkennung den größten Antheil hat an unseren socialen Uebelständen in den Volksklassen sowohl des Reichthums als der Armuth, und namentlich an der Verwirrung, welche der Mißbrauch des Geldes in die industriellen und kommerziellen Betriebsverhältnisse gebracht und welche die jüngste Handels- und Geldkrists diesseits und jenseits des Ozeans in so erschreckender Weise bezeugt hat. Wenn Klar­heit über das Wesen der Dinge im Allgemeinen Befriedigung mit dem zeitigen Zustande aÜer Lebenskreise gewährt, so ist es besonders das Verständniß des Wesens des Geldes, das uns aussöhnt mit den Verhältnissen und Ereignissen auf den Gebieten jeglicher Thä­tigkeit der Gegenwart. Das Geld hat unter den gebildetsten Völkern der Erde ein Ueber- gewicht über alle andere im Menschenleben wirksamen Dinge erlangt. Sein Einfluß ist in alle Verhältnisse und Geschäfte des geselligen Lebens, die größten wie die kleinsten, die geistigsten wie die körperlichsten, die erhabensten wie die niedrigsten bestimmend, maßgebend, fördernd und schaffend verwebt. Nicht bloß „unser tägliches Brod" ist abhängig vom Gelde — Amt und Ehre, Liebe und Treue, Kunst und Wissenschaft, Kirche und Staat, Recht und Gerechtigkeit, ja Tugend und Religion sind mit dem Gelde in eine Berührung gekommen, welche die Allgewalt seines Wesens zu verkündigen scheint. Aber baut man diesem allgewaltigen Götzen auch Altäre auf offenem Markte des menschlichen Treibens und Schaffens und im Innern der von letzterem gefangenen Seele, an sich hat das Geld keinen Werth, ja unrecht angewandt äußert es eine schädliche Wirksamkeit. Aus welcher Quelle schöpft es nun aber seine dämonische Allgewalt? Die ewig und an allen Orten sprudelnde Quelle derselben ist die Noth, das Bedürfniß des Menschen. Das Bedürfniß giebt allen Dingen, nach denen er verlangen muß oder mag, einen Werth, die Differenz des Angebots und der Nachfrage. Eine Sache, welche gar kein Angebot oder gar keine Nachfrage findet, hat keinen Werth. Angebot und Nachfrage stellen zwischen allen Dingen, welche sie betreffen, eine Wechselbeziehung her, in welcher sich das angebotene,