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Zntelligenz-Blatt

der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK 199. Dienstag den 24. August 1858.

Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags. E in rück un gs gebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

ÜeberbliS der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 24. August. (Zum Suez-Kanal.) Wir wollen hier nicht über die Schwierigkeiten dieses Riesenprojects reden, welches einen Kanal für Seeschiffe auf einer Länge von 90 englischen Meilen theils durch Felsboden zu sprengen, theil- durch Moräste aufzumauern gedenkt; wir wollen nur die Vortheile des Unternehmens in Betracht ziehen und erwägen, wem dieselben zufallen. Obgleich die geöffnete Fahrt durch einen Kanal von Suez dem Handelsverkehr einen Umschwung geben wird, so darf man doch nicht glauben, daß der Handel der deutschen und überhaupt der atlantischen Seestädte einen großen Verlust erleiden werde, denn der Handelsverkehr auf dem atlantischen Ocean ist von größerer Erheblichkeit als der, welcher sich auf den indischen Meeren bewegt. Der größte Theil der fremden Producte, deren Europa bedarf, kommt aus Amerika, und ebenso bietet Amerika für europäische Fabrikate einen unendlich reicheren Markt als der Orient. Aber auch von den Producten, die aus Indien, China und dem hintcrindischen Archipel bisher zur See zu uns kamen, fragt es sich, wie viele den Weg durch den Suez - Kanal nehmen werden. Seitdem einmal die freie Fahrt nach Ostindien gewonnen ist, wird diese wenigstens von den nördlich europäischen Handelsschiffen nicht so leicht gegen die Fahrt über Suez vertauscht werden. Ohne dem wichtigen Plane irgendwie entgegentreten zu wollen, dürften die Hindernisse desselben doch Beachtung verdienen. Ist der Weg auch länger, so ist er weniger den Rücksichten auf die Winde und die Natur der Meere unter­worfen als der andere Weg. Auf der weiten Fläche des Oceans kann der Schiffer sich die Strömungen und Windzonen aufsuchen, die ihm eine alte Erfahrung als die vortheil- haftesten bezeichnet hat, während er auf der Fahrt durch die Straße von Gibraltar und durch das rothe Meer an gewisse Zeiten gebunden ist. In dem südlichen Theile des l'tz- teren weht acht Monate in! Jahre der Südwind, im nördlichen Theile ist neun Monate lang der Nordwind vorherrschend, während zwischen den Inselgruppen in der Mitte des Meerbusens unregelmäßige Winde vorwalten. In der pelusischen Bucht müssen noch heute die Segelschiffe nicht selten einen halben Monat warten, ehe sie günstigen Wind zum Aus­laufen haben, und gerade dort ist das Meer sehr gefährlich. Sodann ist die Fahrt in den Straßen Bab-el-Mandeb und von Gibraltar durch Strömungen beeinträchtigt. Man behauptet nämlich, das mittelländische und besonders das rothe Meer verdunste mehr