Intelligenz-Blatt der freien KM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatSbehördrn- und den Frankfurter Nachrichten als Hstrabetlage.
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i Expedition: am Geistpfèrtchen, Schlachthausgaffe 21.)
M 195. Donnerstag den 19. August 1858.
Veberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 19. August. (Die telegraphische Verbindung Europa's mit Amerika.) Das „Bremer Handelsblatt" bringt unter obiger Ueberschrist folgenden Artikel: „Eines der größten Wunderwerke unseres Jahrhunderts ist gelungen! Ties unter , den schäumenden Wogen des Oceans ist eine Brücke zwischen der alten und neuen Welt hergestellt und der elektrische Funke zittert herüber und hinüber, um einen neuen Triumph des Mcnschengeistes zu feiern! Tausende von Federn in allen Zonen werden die kühne That jetzt preisen. Der eine wird die naturwissenschaftliche, der andere die culturgeschicht- liche, der dritte die kaufmännische, der vierte die sociale, der fünfte die technische Seite des Weltereigniffes beleuchten. Millionen werden daraus reichen Stoff zu tieferen Erwägungen entnehmen und mit höherem Gedankenfluge dieses Jahrhundert der Entdeckungen und die Zukunft unseres Erdballs vor ihren geistigen Augen vorüberziehen lassen. Die Aufgabe dieses Blattes verweist uns in die bescheidenen Grenzen einer Prüfung des Ereignisses vom nüchternen kaufmännischen Standpunkt aus. Welchen Einfluß wird das amerikanische Telegraphentau auf den Welthandel ausüben? Die Antwort lautet: zunächst denselben Einfluß, den jede Abkürzung der Wege und Entfernungen ausübt, es wird ausgleichend auf die Preise zwischen Europa und Amerika wirken, es wird uns unmittelbarer an der gesammten Wirthschastsbewegung der neuen Welt betheiligen, es wird die neuen Ereignisse auf dem Gebiete des Verkehrslebens rascher zu einem Gemeingut der ganzen Handelswelt machen. Wir erblicken den charakteristischen Unterschied des bisherigen und des künftigen Geschäftsbetriebes darin, daß in Zukunft nicht mehr die bloße Neuheit der Ereignisse, nicht mehr die Benutzung der zwei bis drei Tage früher erhaltenen Nachrichten, sondern vielmehr ein sorgfältiges Eindringen in den inneren Zusammenhang der Ereignisse und in die ganze commerciclle Bewegung die Grundlage der Speculation bilden wird. Unsere überseeischen Geschäftsfreunde werden uns künftig in ihren Briefen wenig Neues berichten. Die Dispositionen, welche wir hier zu treffen haben, werden sich weniger auf ihre Rathschläge stützen dürfen, sondern werden weit mehr das Resultat einer selbsteigenen Prüfung und Combination aller Thatsachen, Ereignisse und Verhältnisse sein müssen. Dafür werden wir aber auch im Stande sein, die Ausführung unserer Aufträge an den überseeischen Plätzen besser zu überwachen. Der Beauftragte wird nicht mehr Wochen lang unsere Aufträge an der Hand haben und jede Gunst der Verhältnisse in dieser Zeit in seinem Interesse auSbeuten können. Die bedeutenden Schwankungen in den Preisen der Produkte werden voraussichtlich abnehmen. Die Operationen selbst aber werden sicherer, wenn der Kaufmann sofort erfährt, ob seine