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Intelligenz-Matt

der freien MM Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Getstpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)

M 193. Dienstag den 17. August 1858.

UeberbliÄ der Creigniffe im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 17. August. (Frankreich und Oesterreich in Italien.) Der Bemch, welchen der sardinische Ministerpräsident, Graf Cavour, in Plombieres dem Kaiser Napoleon machte, hat in Italien eine große Aufmerksamkeit und mancherlei Hoffnung erregt. Es ist dies kein gelegentlicher Besuch, wenn die französische Einladung den Grafen auch erst auf seiner Reise in der Schweiz traf. Schon seit geraumer Zeit sprach man in Turin von einer solchen Reise an den französischen Hof, die aber immer von einem Zeitpunkt zum andern verschoben wurde, ja, als in Turin um die Mitte des Juli das Gerücht von einer bevorstehenden Zusammenkunft bestimmter hervortrat, stellten die Cavour'schen Organe jede Einladung in Abrede. Die Zusammenkunft hat stattgefun- den, aber wer möchte errathen, was in Plombieres gesprochen wurde, welche Pläne in Erwägung gezogen wurden? Was dieser Zusammenkunft ihre Bedeutung gibt, ist der immer tiefer greifende Einfluß Frankreichs auf Sardinien und somit auf Italien, der bei dieser Gelegenheit nur größere Stärke erlangt haben kann. Welch ein Widerspruch tritt bei einem großen Theile der Italiener zu Tage, wenn sie Freiheit und Unabhängigkeit Italiens als das Ziel ihres Strebens hiustellen — so Cavour selbst in der Rede, in welcher er den Genfern bei seiner Durchreise für die ihm gebrachten Ovationen dankte — und doch be­reit sind, dem drückenden Einflüsse einer fremden Macht zu folgen. Was kann die Un­selbstständigkeit eines Landes mehr bezeichnen, als wenn es Gesetze, so zeitgemäß dieselben auch sein mögen, erst aus das Andringen einer fremden Macht einführt. So mußte die Presse, nachdem ihr jeder Ausfall auf Oesterreich gestattet war, in Beziehung aus Frank­reich zur Ordnung gebracht werden. Wenn es wahr wäre, was ein Pariser Correspondent der Allgemeinen Zeitung behauptete, daß der Premier Sardiniens, welcher nichts thut oder unterläßt, ohne fick im Voraus mit Paris verständigt zu haben, selbst seine Rede bei Gelegenheit des Deforesta'schen Gesetzes über die Presse,'sogar jene auf dem Pariser Con- gresse gehaltene nicht ohne Wissen und Zustimmung der Tuilerien gehalten habe, so wäre dies der höchste Grad der Abhängigkeit, in die ein Staat gerathen könnte. Mag jene Correspondenz auch nicht genau sein, den Sinn des Verhältnisses der beiden Regierungen trifft sie. Zu spät möchte Sardinien einseben, daß es für eine Macht zweiten Ranges schwer ist, sich dem Druck eines mächtigen Nachbars wieder entziehen zu wollen. In Sar­dinien selbst übersteht man übrigens nicht die Gefahr, welche in der Verfolgung der Tu­riner Politik liegt. Man fürchtet die Absichten Frankreichs auf Savoyen, welches auf der westlichen Sette der Alpen gelegen, mehr französische als italienische Elemente enthält und in den Händen Frankreichs die VerkehrSverbindungen Sardiens umgestalten könnte.