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ZntelligenzBlatt der freien MM Frankfurts zfT^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, èE^M^W^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expeditiorr: am Geistpförtchen, Schlachchausgaffe 21.)

M 191. Samstag den 14. August 1858.

UeberblLek der GreLgnLfse im WebieLe der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 14. August. (Die Bodentheilung in Brasilien.) Wäh­rend in Europa aus vielen Ländern die Besorgniß und Klage laut wird, daß der Grund und Boden einer Zerstückelung entgegengehe oder bereits unterliege, welche das Wohl der Staaten und den Wohlstand der Bevölkerung bedrohen, tritt in Brasilien schon seit Jah­ren die große Besorgniß über die Folgen der zu geringen Zer- und Vertheilung des Bo­dens, über die Monopolisirung des Landbesitzes zu Gunsten weniger Pflanzer und Sklaven- Herren hervor. Diese Angelegenheit ist auch jüngst wieder in einem Commissionsberichte der gesetzgebenden Versammlung zu Fernambuco zur Spracke gekommen, welcher sich über die Ursachen der stets wachsenden Theuerung in Brasilien verbreitet und Beachtung ver­dient, da die Auswanderung nach Brasilien eine vielbesprochene Tagesfrage in Deutschland ist und von brasilianischen Agenten auch jetzt wieder empfohlen und betrieben wird. Der erwähnte Commissionsbericht bezeichnet als Ursache der durch ganz Brasilien schon seit 5 Jahren herrschenden, bis zu wahren Hungersnothpreisen gesteigerten Theuerung die Ge­bundenheit des Grundbesitzes in den Händen weniger Eigenthümer, die sich zu einem wahren Besitzmonopol gesteigert habe. Durch dieses Monopol beherrschen die großen Grundherren einerseits die Verwendung des Bodens, andererseits die Mehrheit der Bevölkerung, welche gezwungen ist ihnen als Arbeiter zu dienen. Ihre Macht über' die Verwendung des Bodens haben die Besitzer zum Nachtheile des Landes ausgeübt, indem sie, veranlaßt durch die hohen Preise der Exportartikel, als der Baumwolle, .des Kaffees, des Zuckers , fast aus­schließlich nur diese gebaut und den Anbau der Brotstoffe in immer engere Grenze gedrängt haben. Diese Beschränkung der Produktion von Cerealien mußte die Preise der letzter» um so höher und um so rascher steigern, als die großen Grundherren auch die Landinhaber, welche auf ihrem Grund und Boden wohnten, zwangen, nur die Artikel zu bauen, welche sie gebaut wissen wollten. Damit entzogen sie dem Anbau, von Cerealien auch die Ar­beitskräfte, welche sich demselben noch zuwenden mochten und die nachtheiligen Wir­kungen steigerten sich als die Grundherren die Lücken, welche die Pest in den Reihen ihrer Sklavenschaaren hervorgebracht, durch Heranziehung freier Arbeiter ausfüllten. Die letzteren dienten ihnen jedoch nur so lange, als sie nicht lohnendere Arbeiten finden konnten, und suchten diese selbst in entfernten Gegenden auf, um dem gegen sie von den Grundherren bei kargem Lohne geübten Arbeitszwange zu entrinnen. Die Arbeiter verfielen hierdurch in ein Vagabundenleben, als dessen Folge die Immoralität nicht ausbleiben konnte. So ist denn die Monopolisirung des Landbesitzes die Quelle der poli-