Intelligenz-Blatt der freien AM Frankfurt, /^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, fe^M und den FröEnrier Nützrichten als Extrabeilage. I
(Expedition: am Geistpförrchen, Schlachchausgasse 21.) ~jF175, Dienstag den 27. Juli ' 1858.
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Ueberbliek der Ereignisse Lm Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frank^trt, den 27. Juli. (Zur Situation.) Nachdem nunmehr der Inhalt der dänischen Antwort bekannt geworden, ist man sehr gespannt auf die Beschlüsse, welche der deutsche Bund in der holsteinischen Angelegenheit fassen wird: ob nämlich die Antwort als ungenügend angesehen und in Folge dessen ein thatsächliches Einschreiten zum Schutze der Herzogthümèr beschlossen wird, oder ob man die von Dänemark gemachten Zugeständnisse als Basis zu neuen Verhandlungen zur Regelung der Versassungsverhâlt- niffe Holsteins und Lauenburgs annehmen wird. Wie man vernimmt, sollen die Ansichten darüber in der Bundesversammlung getheilt sein. Preußen und Hannover soll nach der „Köln. Ztg." die dänische Antwort nicht nur für ungenügend, sondern auch für eine solche halten, welche die ganze Sache nur verschleppen kann. Dagegen sollen andere Regierungen sich für die Annahme der dänischen Propositionen erklärt haben, die sie als Basis zur Fortführung der Verhandlung für geeignet erachten. In wieweit diese Version richtig ist, wird sich in einigen Tagen zeigen, da der Ausschuß für Schleswig-Holstein und die Bundesversammlung selbst sich gegenwärtig eifrig mit dieser Angelegenheit befaßen. Die andere deutsche Angelegenheit, welche am Bunde noch zu erledigen ist, die Rastatter Besatzungs- frage, steht, wie es scheint, noch nicht am Vorabend ihrer Ausgleichung, die man als nahe bevorstehend bezeichnet hat. Auf die von Oesterreich und Baden nach der „Nat.-Ztg." beabsichtigte Vertagung der Angelegenheit scheint Preußen nicht eingehen zu wollen, es soll vielmehr fest entschlossen sein, sein geltend gemachtes Recht auf die Mitbesetzung Rastatts aufrecht zu erhalten, und für den Fall, daß die Mehrheit im Bunde sich gegen Preußen ausspricht, dagegen zu protestiren und seinen Antheil an der Unterhaltung der Bundesfestungen, zu deren Erbauung es schwere Opfer gebracht, für die Zukunft vorzueut- hâlken. — Werfen wir einen Blick auf Frankreich und England, deren Blätter, im Widerspruche mit ihren Regierungen, sich wieder in den Haaren liegen. Obenan steht die Times, die in mehreren Artikeln den demnâchstigen Besuch der Königin in Cherbourg tadelt und dabei die französische Politik einer scharfen Kritik unterwirft. Sie betrachtet die im nächsten Monat stattfindenden Festlichkeiten als eine Demonstration ge- gen England ; Cherbourg sei zum Angriffspunkt gegen England bestimmt, wie die Geschichte es sattsam darthue. Natürlich bleiben die französischen Journale der Times die