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JutelltgenzBlatt

der freien KM Frankfurt.

verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Fraulfntter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachchausgaffr 21.)

M 173.

Gamstag den 24. Juli

1858.

Uebeeblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 24. Juli. Man hat die erste Ursache der finanziellen und kom­merziellen Krisis, die im vorigen Jahre von Amerika aus die Reise um die Welt machte und ihren Endpunkt noch nicht erreicht zu haben scheint, überall gesucht, nur da nicht, wo sie zu suchen war — in der übermäßigen Hochschätzung des Reichthums und der sogenann­ten materiellen Kräfte, denen durch den unerhörten Goldzufluß ein immer steigendes Wachs­thum verheißen schien. Die letzten Monate des Jahres 1857 haben indeß gezeigt, wie wenig Halt der darauf gestützte Werth hat. Diejenigen von den vielen Gefallenen, welche keinen anderen Werth kannten, als den des Geldes, sind bereits längst vergessen, während die soliden Kaufleute in den Schwierigkeiten, in welche sie verwickelt wurden, nicht unter­fangen sind. Der Ursprung der ganzen Krise ist in der Entdeckung der Goldminen Kaliforniens und Australiens zu suchen. Schon 1849 zerbrachen sich Viele den Kopf darüber, wo das hinaus wolle. Es war damals schon klar, daß eine konsequent fortgesetzte Vermehrung der edlen Metalle eine bisher ungekannte Umwälzung aller Handelsverhält- niffe in der civilifirten Welt Hervorrufen müffe; doch ahnte Niemand, daß eine solche Umwälzung so nahe sei. Die Steigerung der Preise von allem Eigenthum, von Landes­produkten, wie von Fabrikerzeugnissen hatte ihren Grund nicht ur einer verminderten Quantität der Werthgegenstände, sondern nur in der Ueberfülle der Basis, für dre Werth- meffunq, des Goldes. Ebenso ist der Grund der heutigen Entwerkhung aller Elgenthums- aegenstande nur in der unnatürlichen und schnellen Preis-Steigerung derselben wahrend der „goldenen Zeit" zu suchen. Da man in Amerika gewohnt ist, die Zukunft zu antizr- ■ c " '> Import von Gold ein sehr ersprießliches Mittel um die Dpekula-

höchste Spitze »u treiben. Gold wurde zu wohlfeil und nichts war zu theuer, weil das todte Geld keine Zinsen, die Spekulation aber in Allem, was dagegen einzutauschen war, lohnenden Gewinn versprach. Man war daran gewohnt, seme! Waaren mit einem Minen Gewinn täglich in Geld umzuwandeln. Als dies ^oKlch möglich war, weil eine wesentlich durch Mißtrauen veranlaßte Stockung d s Geldzuflüsfts eintrat, da wendete sich das Blatt. Keiner dachte mehr an Gewmn J der wollte sich nur vor Verluste schützen. Das war der Anfang der vorHrrgen bekannten, bewe E d- theile erschütternden „Panique". Alle Welt wollte au einmal nur baares Geld traute keinen Waaren, keinem Wechsel, keiner Schuldverschrâng. Wer das Geld hatte, behielt es. Dadurch wurde natürlich das Geld knapp. Da Keiner dem Andern traute, wurde der Credit immer sparsamer ausgetheilt, endlich ganz versagt. Waaren, Elsen-

piren, so bot der 1 tion in Allem auf