Intelligenz-B der freien MM Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,
^ k— Frankfurter Nachricht« als Extrabeilage.
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(Expedition: am Getstpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
M 159.
Donnerstag den 8. Juli
1858.
Ne-erblick der Greignijse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 8. Juli. Daß zwischen Preußen und Oesterreich in der Holstein- lauenburgischen Angelegenheit ein vollkommenes Einverstândniß vorhanden ist und Dänemark daher, wenn es, den Aufforderungen des deutschen Reiches gegenüber, bei seiner ausweichenden Haltung beharren sollte, auf ein eiumüthiges Handeln Deutschlands in der Ausführung aller Consequenzen der bisher in dieser Sache ergangenen Bundesbeschlüsse sich gefaßt zu machen hat, wird auch von österreichischen Blättern mit voller Entschiedenheit ausgesprochen. Die Worte, mit welchen namentlich die „Ostdeutsche Post" diese Uebereinstimmung der beiden deutschen Großmächte constatirt, können nicht verfehlen, in allen Kreisen der deutschen Nationen den freudigsten Eindruck zu machen. Dänemark wird, da man dort von dem festen Einvernehmen Preußens und Oesterreichs in Hinsicht auf die Wahrung der dem Bundesrecht entsprechenden Verfassungsverhältnisse Holsteins und Lauenburgs wohl längst hinreichend unterrichtet sein dürfte, die Mißlichkeit seiner Lage bei längerem Widerstände sich nicht mehr verbergen können, und wenn es bisher immer noch mit der Hoffnung auf eine Einmischung der andern europäischen Mächte zu seinen Gunsten sich geschmeichelt haben sollte, so wird auch die Aussicht auf diesen Rückhalt ihm nachgerade wohl immer mebr geschwunden sein, da bis jetzt, so lange auch diese Differenz zwischen Deutschland und Dänemark bereits schwebt, und trotz aller Mühe, welche die dänische Regierung, nach den offenen Erklärungen ihrer Minister bei den letzten Wahlen, seit langer Zeit schon aufgewandt hat, um diese rein deutsche Frage zu einer europäischen zu machen, noch von keiner Regierung, dem Eingeständnisse jener Minister zufolge, auf diese Bemühungen irgendwie eingegangen worden ist.
Von einer andern innern Bundesfrage, welche ihrer Lösung harrt, läßt sich leider, was die Stellung der beiden Hauptbundesmächte zu einander betrifft, noch immer nicht ein Gleiches sagen, wie von ihrem Verhältniß in der deutsch-dänischen Angelegenheit. Im Gegentheil vernimmt man mit Bedauern, daß Oesterreich in der Rastatter Besatzungsfrage in nichts weniger als bundesfreundlicher Weise und mittelst förmlichen Circulars bei dèn Eeru Bundesregierungen um Stimmeu gegen Preußen wirbt. Das „Preuß. Wochen- bespricht diese Frage in einem längeren Artikel, worin es unter Anderm heißt: „Mit Rube sehen wir der schließlichen Entscheidung entgegen. Wir schöpfen diese Ruhe aus der Zuversicht, daß in Preußen in dieser Angelegenheit ein fester Wille herrsche: daß rm entscheidenden Augenblicke nicht der Geist der Unentschlossenheit und des Zagens die