Intelligenz-Blatt
der freien KM FrsnkM. verbunden mit dem AMtsdlstt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 147» Donnerstag den 24. Juni 1858.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, den 24. Juni. (Die Zustände in Spanien) Die Gegensätze innerhalb des Ministeriums Jsturiz, die bei Gelegenheit der letzten Cortesverhandlungen auf das lebhafteste hervortraten, sind zwar seit der Suspendirung der Cortes (6. Mai) und der Schließung derselben (15. Mai) den Augen des Publikums einigermaßen entzogen. Der Eintritt des neuen Ministers Posada Herrera an Stelle des abgetretenen Ventura Diaz muß aber den innern Widerspruch geschärft haben, einige der Minister bestn' sich geradezu in einer falschen Stellung. Jedermann ist daher auf eine baldige Veränderung des Ministeriums gefaßt. Daß die absolutistische und clericale Partei ihrerseits Alles anwenden wird, ihre Macht wieder emporzubringen, erkennt man schon aus der Weise, wie sie nach der Suspendirung der Cortes agitirte, um das Dekret, welches dieselbe verfügte, rückgängig zu machen. Sie verlangte die Rückberufung der Cortes, wäre
nur utn das Gesetz über die Restitution der geistlichen Güter durchzusetzen. Der hohe Clerus machte der Königin dirngende Vorstellungen in diesem Sinne. Die „Monarquia", ^"^absoluttstisch-clericales Blatt, fing an die Verdienste des König-Gemahls ganz beson- ders^ scharf zu betonen und schrieb in einem Artikel, welcher denselben als das Muster eines Ehegemahls darstellte, Folgendes: „Im Schooße der Familie, selbst einer königlichen, ist der Mann der König und die Frau die Dienerin." Alle liberalen Blätter reproducir- ten diesen Artikel mit Hervorhebung der bedeutenden Stellen. Während für jetzt die An- k^"gungen der extremen Partei vergeblich sind, hat Jsturiz, trotz der ihm widerstrebenden Elemente seines Ministeriums, in dem neuen Minister des Innern eine neue Kraft gewonnen. Don Jose de Posada Herrera, aus einer edlen und reichen asturischen
>ie Cortes wählte;
Familie, ist ein Anhänger der conservativ-liberalen Partei. Er begann se
aA-»0, progressistische Partei zu ihrem Deputirten in die Cortes wählte:
"AnnK âU den Wenigen die gegen die Regentschaft Espartero's stimmten, dennoch er- «S $ ^°?^ zum Professor der Staatswissenschaften an der Universität Madrid. Seine großen Ansehens. Zugleich wird die Selbstständigkeit seines Charakters, Ä LE» hab. jrttat s» feiner ichi,-» Stellung sucht er Den Selen »3 nnsrnl^ Fall, daß es dem Ministerium gelingt, die jetzigen Cortes gänzlich aufzulosen. Soeben hat er, wie man aus Madrid vom 3. Juni schreibt, an alle CiviU gouverneure der Provinzen ein Cirkular erlassen, welches einen günstigen Eindruck bei allen liberaleren Parteien hervorgebracht hat. Es betrifft die nächsten Wahlen rur Erneue- rung der Provinzlal-Deputationen, die im Laufe des Juni gehalten werden sollens damit