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denn Frankreich rüstet zu Wasser und zu Lande. Bereits zweimal hat die „Limes/! den Kaiser Napoleon wegen dieser kriegerischen Vorbereitungen interpell-rt, und zweimal hat her französische „Moniteur" dieselben für leere Gerüchte erklärt. Selbst im englischen Parlament ist die Sache vom Admiral Napier zur Sprache gebracht worden; Disrael erklärte indessen, England stände fortwährend in herzlichem und traulichem Berkehr mit Frankreich und er habe keine Besorgniß, daß unglückliche Zwistigkeiten zwischen beiden Ländern sich ergeben würden. Doch ist überhaupt nicht gesagt, daß die großartigen Rüstungen Frankreichs gerade gegen England gerichtet sein müssen; es gibt noch andere Lander, auf welche der Erbe des großen Napoleon seine Blicke werfen konnte. Auch in ©efterreid) betrachtet man das gegenwärtige Verhalten Frankreichs mit Befremden; man glaubt dort, es würde Frankreich nicht anstehen, seine Demonstrationen nöthigenfalls bis an und über die Grenze eines Krieges mit Oesterreich hinauszutreiben. Wie dem nun nuch sei, Frankreich hat in diesem Augenblicke gewiß keine Ursache einen Krieg mit dem Auslande anzufangen; es ist in seinem Innern vollauf beschäftigt, abgesehen davon, daß cs von dem orientalischen Kriege noch erschöpft, die Geldmittel zu einem neuen Kriege schwerlich auf« bringen könnte. Die Hauptaufgabe der Regierung war und bleibt die Nothwendigkeit, den innern Feind, der in perenirender Gestalt in Frankreich umherschleicht, niederzudrücken. Sie hat dies bisher mit vieler Kraft und Energie gethan, wie die allerdings sehr strengen Maßregeln der letzten Zeit beweisen. Auf die großen Maßregeln folgten die kleinen. Die „Jitdependance Belge" wurde in Frankreich gänzlich verboten und wenn die „Times nicht ein ähnliches Loos getroffen, so verdankt sie es lediglich den in Frankreich sich aufhalten­den Engländern, welche ohne Times nun einmal nicht leben können. Durch die Entlas­sung des Ministers Espinasse und die Ernennung des Herrn Delangle zum Minister des Innern istübrigens ein Uebergang der bisherigen Militairherrschaft zu einem mildern System angebahnt. In Oesterreich hat „Le Nord" dasselbe Schicksal, wie seine Brüsseler Collegin in Frankreich. Er selbst zeigte vor einigen Tagen seinen Lesern an, daß er nicht nur in Oesterreich verboten, sondern daß er nicht einmal des Vortheils des Transits durch den Kaiserstaat sich erfreuen dürfe. „Und hoch", sagt der „Nord", „haben wir uns niemals mit den innern Angelegenheiten Oesterreichs befaßt, sondern nur dessen auswär­tige Politik getadelt". — Was den deutsch-dänischen Streit anbelangt, so lassen sich einige Zeitungen aus Dänemark schreiben, „die Hoffnungen auf eine baldige Beilegung des Con­flictes seien sehr wesentlich herabzustimmen, es sei vorderhand noch an keine Nachgiebigkeit

des dänischen Cabinets zu denken". — Qui vivra verra.

Bekanntmachungen.

•Ml-FilSIllIS.

Sonntag den 20. Juni 1858:

Frith- Concert,

vom

Musck-Corps des W bayer. 13. Infanterie-Regiments.

Anfang 6, Ende gegen 9 Uhr.

Table «Théte um 1 Uhr«

1218 4. <7. Fiecher-Dick.