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WWWeWWaD der freien Ms-t MnKM, <?T^ verbunden mit dem AmMlatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,

und den Zmukfutter Nachrichtt« als Extrabeilage. I ’

(Expedition: am Geistpsörtchen, Schlachthausgasse 81.) ^^UM^"

â 135. Donnerstag den 10. Juni 1858.

Uebeeblrä der Ereignisse im Gebiete der politischen mrd mai-erieUen Interessen.

Frankfurt, den 10. Juni. (Eine bedenkliche Frage der neuesten Ge­genwart.) Die montenegrinische Frage hat durch das Zugeständniß der Pforte die Grenzverhältnisse zwischen den türkischen Provinzen tmb dem Berglande von eiüer Commission der Großmächre regeln zu lassen, wieder eine friedliche Form angenommen, aber doch den Eindruck hinterlassen, daß innerhalb des türkischen Reichs viele Verhältnisse ähnlicher Art leicht zu einer Störung des Friedens, bei der Ohnmacht der Pforte, zwischen den Großmächten selbst führen können. In dem vorliegenden Falle waren England, Frank­reich und Rußland sofort über die zu. stellende Forderung einig und Preußen in weiser Erwägung der exponirten Stellung Oesterreichs, seines Bundesgenossen, mußte schon in dessen eigenem Interesse der Pforte die Annahme des Vorschlags dringend. empfehlen. Allerdings waren die Abhänge des Berglandes, und darauf beruft sich die.Pforte, nament­lich der Distrikt von Grahowo im Jahre 185354 von den türkischen Truppen unter Omer Pascha erobert und ohne die Intervention Oesterreichs würde Fürst Danilo wohl schwerlich noch der Beherrscher jenes kleinen Ländchens sein, aber die Pforte darf sich doch der Thatsache nicht verschließen, daß nach dem Rückzüge ihrer Truppen die Bergbewohner die verlassenen Stätten wieder entnahmen und sie während des orientalischen Krieges be­haupteten. Da der türkische Bevollmächtigte auf der Pariser Conferenz die Souverainität der Pforte über Montenegro in einer besondern Erklärung, welche in's Protokoll aufge- nommen wurde, festhielt, aber zugleich die Versicherung gab, daß eine Aenderung des Status quo nicht in der Absicht seiner Regierung liege, so konnte allerdings der neuliche Angriff auf Grahowo in formeller Hinsicht als eine Verletzung der Zusage betrachtet wer­den. Der Grenzstreit ist nun als beendet zu betrachten, aber die Oberhoheitsfrage um so entschiedener in den Vordergrund von der Pforte gestellt, daß es ernstlich geboten scheint, diesem neuen Anknüpfungspunkte für Verwickelungen durch die Erledigung des Souveraini- tâtsstreits die Spitze abzubrechen. Rußland und Frankreich haben zwar mit der Anerken­nung Montenegros als unabhängigen Staat für den Fall gedroht, daß die Pforte die Commission verwerfen sollte, aber es scheint jetzt ihre Absicht zu sein, die Sache auf sich beruhen zu lasten. Dieser Plan kann schwerlich vom deutschen Standpunkt aus Billigung finden, denn bei der jetzt hervortretenden Neigung der Pforte, den innern Verfall des Reichs durch eine straffere Anziehung der formalen Regierungsgewalt zu verdecken, Würden Streitigkeiten mit Montenegro nicht ausbleiben und immer wieder die Ein- • Mischung der Großmächte Hervorrufen. Das Wiener Kabinek steht in dieser Angelegen-