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der freien Sladt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Getstpfförtchen, Schlachchausgasse 21.)

M 133.

Dienstag den 8. Juni 1858.

Ueberblich der Ereigniffe im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Fr «kfurt. den 8,Juni. (Die Wirkung des Attentats vom 14. Januar für Frankreich.) Durch die Vorgänge, welche der Orsini-Kultus unter den Italienern in der Verbannung, wie in ihrer Heimath hervorruft, wird die öffentliche Aufmerksamkeit immer und in nrer wieder auf das Attentat vom 14. Januar gelenkt. Vor Allem beschäf­tigt sich inè fresse mit dem Einfluß, welchen jenes Ereigniß in seinen Nachwirkungen auf die P Wik und d-e innere Gestaltung Frankreichs auszüben scheint. Ueber die Stun-

mung der öffentlichen Meinung in Frankreich selbst haben wir kein sicheres Urtheil, da die Verwaltung des Preßgesetzes in Frankreich der Art ist, daß sie jede unzufriedene Aeußerung über die bestehenden Zustande zu unterdrücken weiß. Das eben nur steht fest, daß seit dem Attentate die Zügel der Regierung mit einer Straffbeit angezogen sind, welche an das Regiment des ersten Napoleon erinnert Die nächste Wirkung, die das Attentat vom 14. Januar auf die öffentliche Stimmung ausübte, hat das neue Perhalten der Regierung, wenn nicht erst hervorgerufen, doch ungemein erleichtert. Mit Ausnahme einiger picmon- tesischer Blätter, sprach die gesammte Presse der Welt ihre höchste Entrüstung über das meuchelmörderische Unternehmen aus. Alle Souveraine beglückwünschten den Kaiser wegen seiner Rettung, einige schickten Prinzen ihres Hauses, andere außerordentliche Gesandte. Don den verschiedensten Städten, Körperschaften und Vereinen liefen Adressen oder patrio­tische Geschenke ein. Frankreich äußerte seine Freude mit Ucberschwenglichkeit. Wochen lang füllten den „Moniteur" begeisterte Ansprachen an den Kaiser. Den größten Eindruck machten die Adressen des Heeres. Alle Regimenter erklärten zum Theil in sehr schroffen Formen, Jeden vernichten zu wollen, der das Erbe Napoleons III. bedrohen würde. Auch der Kaiserin wurde in jeder Adresse der gebührende Tribut der Huldigung gebracht. Von der Nationalgarde des Seine-Departements, welche 34,000 Mann beträgt, unterzeichneten m 24 Stunden 31,622 eine nicht minder enthusiastische Adresse. Mit den Demonstratio­nen des Heeres kam die Errichtung der Ober-Marschallate in dem Grundgedanken zusam­men, daß das neue Kaiserthum seine Macht vor Allem auf militairische Kräfte zu stützen habe. 8. Napoleon glaubte die Ergebenheitsbezeugungen des Heeres mit absolutem Ver­trauen erwidern zu müssen. Ob er politisch gehandelt hat, der Militärmacht so vollkom­men die Suprematie einzuräumen, wird die Zukunft lehren. Er hat damit indirect ein gewisses Mißtrauen gegen die nichtmilitairische Bevölkerung ansgedrückt und der europäischen Meinung, daß sein Thron auf einem Vulkane stehe, neuen Vorschub geleistet. Durch die Ober-Marschallate, deren Sitze Paris, Lyon, Toulouse, Nancy und Tour sind, sollen die