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ZnteMgenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurts verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

M 120. Samstag den 22. Mai 1858.

SC* Des Heil. Pfingstfestes wegen wird das nächste dienstägige Intelligenz-Blatt erst Mittwoch ausgegeben und Inserate für dasselbe noch Dienstag Vormittag angenommen. Montag den zweiten Feiertag bleibt das Comptoir geschlossen.

lieber bürg der Greègnisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 22. Mai. (Montenegro.) Die letzten Ereignisse in Mon­tenegro hatten die Besorgniß erregt, daß darüber die Großmächte Europa's in ernstlichen Zwiespalt gerathen könnten. Obgleich diese Besorgniß auf Annahmen berichte, welche sich glücklicherweise nicht bestätigt haben, so ist dadurch doch die allgemeine Aufmerksamkeit in hohem Grade auf den kleinen Bergstaat hingezogen worden. §ür Preußen hat die mon­tenegrinische Frage noch ein besonderes Interesse dadurch, daß Preußen ihr gegenüber die ausschlaggebende Macht ist, indem sie durch keine Nebenabsichten behindert wird, nur dem strengen Rechte zu folgen. Um sich in der Frage ein unparteiisches Urtheil möglich zu machen, muß man auf den Ursprung der montenegrinischen Wirren zurückgehen. Derselbe datirt von dem Tode des letzten Wladika Peter Petrowitsch Njegosch, der bekanntlich am 31. October 1851 erfolgte. Der Wladika hatte seinen Neffen Danilo Petrowitsch Njegosch zu seinem Nachfolger erklärt. Der Senat und das Volk hegten den Wunsch, daß Danilo bloß weltlicher Fürst werde und die geistliche Würde des Wladika einem Andern übertrage. Danilo willigte ein und wußte auch das Petersburger Cabinet für diese Aenderung zu stimmen. Als er im Juli 1852 von Petersburg nach Cettinje zurückgekehrt war, verkün­digte er dem versammelten Volke, daß er von Rußland als weltlicher Fürst anerkannt sei, und theilte demselben die Grundsätze mit, nach denen fortan das montenegrinische Volk regiert werden solle. Darunter gehörte auch der Grundsatz, daß mit den Türken fortan Friede gehalten werden sollte. Nun aber waren damals die Verhältnisse Montenegros zur Türkei so ungeordnet wie jetzt. Auch waren die Paschas des benachbarten Gebiets nichts weniger als geneigt, den Montenegrinern in irgend einer Beschwerde gerecht zu werden, sondern dachten stets nur daran, wie sie dieselben aus nominellen zu wirklichen Unterthanen der Pforte machen könnten. Dazu kommt die eigenthümliche geographische Beschaffenheit Montenegros, die deren Bewohner fort und fort an dem See' von Scutari in Streitig­keiten verwickeln muß. Von diesem See aus findet eine allmälige Erhebung ihres Landes nach Südwesten und Nordwesten statt. Auf der Höhe dieser Erhebung ist die Grenze ge-