Einzelbild herunterladen
 

Intelligenz Blatt der freien Stadt Frankfurt, ^^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden,

und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

--mMMMNOMCH*WH--

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthaüsgasse 21.)

M 111. Dienstag den 11. Mai 1858.

Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 11. Mai. (Jahreserträge des Zollvereins). Die Verglei­chung der Brutto-Einnahmen des Zollvereins während des ganzen Jah­res 1857 mit den Erträgen des Vorjahres ergiebt Folgendes: Es wurden im Jahre 1857 vereinnahmt an Eingangsabgaben 26,014,819 Rthlr. gegen 25,549,599 des Vorjahres, an Ausgangsabgaben 198,013 Rthlr. gegen 226,866, an Durchgangsabgaben 382,956 Rthlr. gegen 379,985. Es stellt sich mithin bei den Eingangsabgaben eine Mehreinnahme von 465,220 Rthlrn., bei den Ausgangsabgaben eine Mindereinnahme von 28,853 Rthlrn., bei den Durchgangsabgaben eine Mehreinnahme von 2971 Rthlrn. heraus, im Ganzen eine Mehreinnahme von 439,338 Rthlrn., welche einer Steigerung gegen die Einnahme des Vorjahres im Betrage von etwa 1?/«'pCt. gleichkommt. Die aus den Eingangsab­gaben erzielte Mehreinnahme, welche, für sich allein, nicht ganz 2pCt. beträgt, ist durch die gesteigerten Einnahmen der Vereinsstaaten Preußen, Luxemburg, Sachsen, Würtemberg, Baden, Großherzogthum Hessen, Oldenburg und Frankfurt a. M. herbeigeführt worden, wogegen eine Mindereinnahme bei Hannover, Braunschweig, Bayern, Kurfürstenthum Hessen, Nassau und Thüringen stattfand. Die Steigerung der Einnahme betrug bei dem Groß­herzogthum Hessen, bei Oldenburg und Baden über 10 pCt., während bei den übrigen angeführten Staaten dieser Prozentsatz nicht erreicht wurde. Die Mindereinnahmen er­wiesen sich am beträchtlichsten (über 10 pCt.) bei Hannover und Nassau, was in Betreff des ersteren hauptsächlich seine Erklärung in der Minderverzollung von Rohzucker für die Siedereien findet. Die Mindereinnahmen der außerdem genannten Staaten sind weniger erheblich und geben nur zu der Bemerkung Veranlassung, daß die Einnahmen in Bayern sich bereits seit mehreren Jahren vermindert haben. Der Ertrag, der Eingangsabgaben des gesammten Zollvereins dagegen ist seit drei Jahren im Steigen, und wenn das Er­gebniß des verflossenen Jahres in dieser Beziehung keine Ausnahme macht, so ist dies um so bemerkenswerther, als im Laufe desselben außergewöhnliche Hindernisse, wie die während des ganzen Jahres durch den niedrigen Wasserstand der Schifffahrt erwachsenen Störun­gen, nicht minder die gegen das Ende desselben hervorgetretene Geldkrisis, der Entwicke­lung des Verkehrs hinderlich gewesen sind; dazu kommt, daß beim Rohzucker für vereins­ländische Siedereien eine Minderverzollung von 358,098 Centnern eingetreten ist, was einem Einnahme-Ausfall von IVs Millionen entspricht. — Aus der Uebersicht der zum Eingänge verzollten Gegenstände geht hervor, daß insbesondere die Mehrverzollungen von Eisen und Eisemvaaren, rohem Kaffee, Getreide und Hülsenfrüchten, demnächst von Baumwollengarn