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JnteNtgeuz Blatt

der freien Stadt Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ââ^^W^ und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgafle 21.)

^ 75. Dienstag den 30. März 1858.

T^S^ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den b est e n Erfolg rechnen, woraufbesonders auch oie geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

AeberL lick der Greignisse im Gebiete -er politischen NN- materiellen Interessen.

Frankfurt, 30. März. (Kansas.) Das eine Wort Kansas allein erweckt in dem europäischen Leser den Schrecken wie vor einer räthselhaften Formel, die sich einem aus jedem Schritt und Tritt aufdrängt und deren unbedeutender Sinn die Langeweile nicht werth ist, die man zu ihrer Lösung auf sich nehmen muß. „Kansas -Nebraskabill, das „freie", das „blutende" Kansas, Lecompton-Constitution, die Klausel mit oder ohne Skla­verei" — das ist die Mystik, Metaphysik, die spekulative Politik, die Magik, das Abraca- dabra der amerikanischen Union und die Dokumente, die der Streit über jene Formel in Amerika hervorgerufen hat, betragen schon so viel Folianten, wie sie etwa Duns Scotus und Thomas von Aquino zu ihrem Streit über den Realismus und Nominalismus brauch­ten. Die Scholastiker des Mittelalters, die Mystiker, die deutschen spekulativen Philoso­phen sind klar im Vergleich mit den Lecomptonisten und Nicht-Lecomptonisteu; der, Wider­streit der Metaphysiker ist vollkommene Harmonie gegen die Verwirrung, die die Freunde eines „freien" Kansas und die Vertheidiger eines Kansas-Sklavenstaats über die Union gebracht haben. Und in diese trockene Mystik, in diese mystische Formalität, in diese meta­physische Langeweile ohne Ende sollen wir uns begeben, blos damit wir wissen, was" die Senatoren und Repräsentanten zu Washington sich in ihren Debatten über die Kansas­frage, oder ob sie sich überhaupt etwas dabei denken?. Sind die blutigen Raufereien der Herren im Senat und im Repräsentantenhause, ihre gegenseitigen Beschimpfungen und ihre Duelle wie ihre humoristischen Nachtsitzungcn, in denen sie sich mit Abstimmungen über die frivolsten Anträge die Zeit vertreiben, nicht Beweises genug, daß Verstand und Ueberl: - 'gung mit dieser Frage überhaupt Nichts zu thun haben und daß sie nur mit der Fault ausgekämpft werden kann? Wohl! aber, was soll denn die Faust entscheiden ? Um was handelt es sich in diesem Kampfe? Wir stehen also wieder im Anfänge und die alten Formeln starren uns wieder mit ihrem räthselhaften Ausdrucke an. Wir thun daher am besten, der Sache näher zu treten und zu versuchen, wie wir uns in ihr zurechtfinden? Wir stehen vor einem Krater, der sich inmitten der Union im Kansasgebiet geöffnet hat.