ZnteHtgem-Blatt der freien MM Frankfurt, /^^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als. Extrabeilage.
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
JK 63. Dienstag den 16. März 1858.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 16. März. Die Macht der Engländer in Hinterindien nahm seit 1824 einen bedeutenden Aufschwung. Zu den älteren Besitzungen kanien an der' Küste Malakkas zunächst die Stadt Malakka und die Insel Singapore, zwar von verhältnißmä- ßig geringem Umfang, aber von der größten Bedeutung für den Handel und die englische Herrschaft auf der malayischen Halbinsel. Im Kriege gegen Napoleon nahmen die Engländer das'Gebiet von Malakka im Namen des Prinzen von Oranien in Besitz; durch den Wiener Frieden erhielten es zwar die Holländer 1818 wieder, traten es aber 1825 Lei der Regelung der streitigen Colonialverhältnisse an die Briten mit der Verpflichtung ab, keine Niederlassung auf der Halbinsel zu'gründen, noch mit einem der Fürsten Verträge einzugehn. Die Engländer verfuhren nun in Malakka wie in Hindostan. Der Fürst von Staning, einem Ländchen nördlich Malakkas von 5000 Seelen, hatte früher eine gewiffe Oberherrlichkeit der Holländer anerkannt und ihnen jährlich eine Ehrenbotschaft nach Malakka mit einigen Geschenken geschickt. Die Engländer erklärten ihn für einen britischen Unterthan und führten (1831—33) , da er sich dessen weigerte, einen blutigen Krieg und begnadigten den unterworfenen Häuptling mit einem Jahrgehalt. In Malakka hat die Londoner Missionsgesellschaft eine der wichtigsten britischen Institutionen im Orient, das anglo-chinesische Collegium, welches die Pflege der chinesischen Literatur, sowie die Unterweisung junger Inder und Chinesen im Christenthum sich zur Aufgabe gestellt hat. Mit diesem Institut hängen viele chinesische und malayische Schulen im britischen Hinterindien zusammen, deren Lehrer in Malakka ihre Bildung empfangen haben. Die Zahl der Schüler in diesen hinterindischen Gegenden des britischen Reichs betrug schon vor Jahren ‘/ss der ganzen Bevölkerung, selbst zu Rangun in Birma, ehe es englisch wurde, bestand eine solche Schule. Die dritte und wichtigste Besitzung an der malayischen Küste ist Singapore, eine 12'/« Meilen große Insel vor dem südlichsten Ende. Zuerst erwarb die indische Compagnie 1819 durch einen Vertrag mit dem malayischen Fürsten nur ein kleines Gebiet auf derselben. Längere Zeit weigerte sich die englische Regierung, diese Niederlassung anzuerkennen, weil sowohl die Holländer, mit denen die Handclsverhältniffe noch nicht geregelt waren, als die Siamesen erklärten, daß ohne ihre Zustimmung kein malaytscher Fürst einen Vertrag schließen könne; nachdem aber die Han-