Intelligenz-Blatt
der freien MM Frankfurt.
verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage. [
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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21.)
â 47. Donnerstag den 25. Februar 1858.
Ueberblick der Creignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 25. Februar. (Der Bund und die holsteinische Frage). Wir lesen in der „Zeit": In der letzten Sitzung des Bundestags vom 18. d. hat, wie das offizielle Resumë meldet, die Niedersetzung des Vollziehungs-Ausschusses und die Wahl der Mitglieder desselben stattgefunden. Schon am 19. Nachmittags gab die „Postzeitung" das Resultat der Wahlen an. Es würden danach Oesterreich, Preußen, Bayern, Sachsen und Würtemberg als Mitglieder fUngiren. Wenn diese Angabe richtig ist, so muß es ausfallen, daß nicht Hannover in den Ausschuß gewählt worden, da dasselbe als Nachbarstaat, sowie durch seine lebhafte Theilnahme für die holsteinische Angelegenheit auf die Mitgliedschaft einen vorzüglichen Anspruch hat. Außerdem bildet es den Hauptbestandtheil des 10. Armee- Corps, welches, wenn es zu einer Execution kommen sollte, nach den Bundesbestimmungen zunächst mit derselben beauftragt werden würde. Welche Motive die Nichtwahl Hannovers hervorgerufen haben, und welche.^Staaten demselben ihre Stimmen nicht gegeben und aus welchen Gründen dies geschehen, darüber fehlt es für den Augenblick noch an sicheren Mittheilungen; es scheint indessen, als wenn gerade die entschiedene Haltung Hannovers von einigen Seiten bedenklich gefunden worden ist. Diese Auffassung findet ihre Begründung in einer Korrespondenz vom Main, welche das „Frankfurter Journal" bringt. In derselben wird der bekannte Antrag Hannovers, wegen Erlaß eines Inhibitoriums, nicht ohne Ostentation als unangemessen zurückgewiesen und die schon früher im „Nürnberger Corresponden- ten" aufgestellte irrige Behauptung wiederholt, daß die Bundesversammlung vorerst auf denselben nicht eingehen wolle. Zugleich wird das „maßvolle" Verhalten der Bundesversammlung und des Ausschuß-Antrages dem unzeitigen Drängen Hannovers gegenüber gestellt und als der einzig „korrekte" Weg bezeichnet. Wir haben schon früher darauf hingewiesen, daß der Ausschußantrag, welcher demnächst zur Abstimmung kommen wird, nicht, wie der Main-Korrespondent angiebt, etwas ganz anderes will, wie der hannoverische Antrag, sondern daß er, den sachlichen Kern des hannovrischen Vorschlags festhaltend, denselben nur in eine bundesfreundlichere Gestalt kleidet. Es ist zu bedauern, daß man sich von anderer Seite bemüht, eine Spaltung zu vergrößern, und öffentlich mitGestissen- beit zu konstatiren, welche nur eine imSchooße der Bundesversammlung vorhandene Meinungsdifferenz betrifft. Es scheint uns in dem deutsch-dänischen Streit vor Allem eine Pflicht der Presse, die Einigungspunkte hervorzuheben, nicht aber die Differenzen der "deutschen Staaten noch zu verschärfen, und so den, Eindruck und das Gewicht zu schwächen, welches die einmüthige und übereinstimmende Haltung der deutschen Regierungen zu Gunsten der holsteinischen Sache bisher ausgeübt hat.