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Zutelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.

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(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)'

â 33. Dienstag den 9 Februar 1858.

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Frankfurt, 9. Februar. Die höhere Besteuerung der Fabrikation des Rüben­zuckers, welche die Zollvereinsregiernngen beabsichtigen, ist sowohl gerechtfertigt durch die wachsende Abnahme in der Einfuhr des Coloniezuckers und den dadurch bedingten großen Ausfall der Zolleinnahmen, als auch durch die in Frankreich über die Ltenerfähigkeit der Rübenzuckerfabrikation gemachten Erfahrungen. Die Runkelrübe wurde gegen Ende des löten Jahrhunderts ans Italien nach dem nördlichen Europa gebracht und fand in Deutsch­land bald allgemeinen Eingang, in Frankreich jedoch viel später, so daß noch Diderot und d'Aleuibert, die Herausgeber der großen Encyclopädie, im zweiten Bande dieses Werkes vom Jahre 1751 den Artikel über die Runkelrübe mit vier Zeilen abseitigen und schwer­lich eine Ahnung davon hatten, welch' eine große Zukunft dieser unscheinbaren Pflanze bevorstand. Vilmorin führte 1775 eine Art der Runkelrübe ein, welche wegen ihres gro­ßen Wassergehaltes nur zum Vichfntter benutzt wurde. Der Abbe Commerel schrieb eine Belehrung über den Anbau dieser Pflanze und nannte sie Mangel Wurzel, racine de disette, woher sich die Benennung disette in Frankreich im Allgemeinen auf die Runkel­rübe übertragen hat. Erst gegen das Ende des 18teu Jahrhunderts, als die. französischen Häfen biokirt und die Verbindung niit den Colonien höchst schwierig war, stellte man Versuche an, aus der Runkelrübe Zucker zu fabriziren. Schon früher war aus Trauben und Honig Zucker hergestellt, aber das Produkt war von dem Rohrzucker ganz verschieden, weder so zuckerhaltig, noch so leicht auflöslich, noch schmackhaft wie dieser. Den Bemü­hungen des Apothekers Marggraff zu Berlin gelang es schon gegen die Mitte des 18ten Jahrhunderts, den Zuckergehalt der Runkelrübe, sowie einiger anderer Wurzelgewächse' nach­zuweisen. Den ersten größeren gelungenen Versuch machte 1803 der Chemiker Achard, Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin, auf seinem vom Könige von Preußen ihm geschenkten Ente Kuuneru in Schlesien, wo er mit Unterstützung der Regierung die erste große Zuckerfabrik anlegte. Die landwirthschaftliche Gesellschaft des Seine-Departe- ments verlieh ihm dafür 1805 die große goldene Medaille. Mannigfache Verbesserungen wurden in den französischen Zucker-Fabrikèn gemacht, aber die Ausbeute blieb anfangs nur eine sehr geringe. So erhielten u. A. die Herrn Schumacher & Co. in ihrer Fabrik um das Jahr 1810 von ca. 1000 Ctr. Runkelrüben nur ca. 20 Centner Rohzucker, was