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Intelligenz-Blatt

der freien Stadt Frankfurt, z<v^x verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Frankfurter Nachrichten als Exkabeilage. "

(Expedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)

JK? 29. Donnerstag den 4 Februar 1858.

UeberblLâ der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, 4. Februar Ueber die Zollkonferenzen in Wien laufen ganz widersprechende Nachrichten um. Dieselben spiegeln allem Anschein nach die in der Confe- renz selbst vertretenen divergirenden Ansichten ab und berechtigen keineswegs zu den nach österreichischen Berichten ziemlich hochgespannten Erwartungen auf die Resultate der Verhandlungen. Wir haben neulich in der Rundschau solche Unmittelbar aus Wien stammende Nachrichten mitzetheilt und stellen ihnen heute die folgenden entgegen, welche ihren Weg von Wien über Berlin gemacht haben, und also aus dem entgegengesetzten Lager stammen. Man schreibt der „B. H.": Neuere Mittheilungen aus Wien besagen, daß die dort versammelte Zollkonferenz bis zu einer Spezialberathung der öster­reichischen Vorschläge noch immer nicht gelangt ist. Man beschäftigt sich zunächst mit der prinzipiellen Seite der zur Erörterung vorliegenden Fragen, und will die Detailverhand- lungen erst aufnehmen, wenn in Betreff der Prinzipien eine allseitige Einigung erzielt ist. Dieser Einigung stellen sich nicht unwesentliche Schwierigkeiten entgegen. Wegen der zu Tag getretenen Meinungsverschiedenheiten soll die Conferenz in der vorigen Äoche nahe daran gewesen sein, ergebnißlos auseinander zu gehen. Eine Abweichung der Anschauun­gen macht sich fast bei allen Verhandlungspunkten geltend, obwohl bei einigen derselben eine schließliche Verständigung schon als zienilich gesichert erscheint. Was" zunächst die Errichtung gemeinsamer Zollämter an den großen Verkehrsplätzen betrifft, so ist die Frage noch ungelöst, in welcher Weise ohne störende Belästigungen des Verkehrs eine ge­nügende Controle über die Thätigkeit dieser Aemter ausgeübt werden soll, ganz abgesehen davon, daß die dabei Beteiligten Zollbeamten des einen Gebiets mit dem ganzen Geschäfts­verfahren des andern auf das Genaueste vertraut sein müssen. Bei der Regelung der Durchfuhrzölle bietet die Frage in Betreff ihrer Verbindung mit den Flußzöllen." eine nicht geringe Schwierigkeit. Die vorgeschlagenen Tarif-Aenderungen dürften auf der jetzigen Wiener Conferenz gar nicht zur näheren Erörterung kommen, da die an derselben Theil nehmenden Commissäre des Zollvereins in dieser Beziehung keine Instructionen erhalten haben sollen. Dazu gesellen sich endlich noch Bedenken in Betreff der vorgeschlagenen Herabsetzung der Eingangszölle für österreichische Weine, indem Preußen schon seit einer Reihe von Jahren ähnliche Anträge Frankreichs zurückgewiesen hat und nach den bestehen­den Vertrags-Verhältnissen ein auf diesem Gebiet erfolgendes Zugeständniß an Oesterreich die Bedeutung des Verhandluugsmittels nicht unwesentlich abschwächen würde, welches der Zollverein in seinem Weinzolle besitzt, um Frankreich eintretenden Falles zu entsprechenden Gegenleistungen hinsichtlich der Zulassung vereinslândischer Products zu bestimmen.