ZntelligenzBlatt
der freien AM Frankfurt, zfSjk verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, ^j||Ä und den Frankfurter Nachrichten als Extrabeilage.
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(EMedition: am Geistpförtchen, Schlachthausgasse 21.)
Jg 3. Dienstag den 5 Januar 1858.
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 p. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.
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Ueberblick der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, den 5. Januar. (Die Seapoy-Truppen). Seapoy ist nichts Anderes als diè englische Corumpitüng des türkischen Wortes Sipahi oder Spahi, wie schon zur Zeit des ersten Auftretens türkischer Eroberer in Kleinasien jeder leicht bewaffnete Reiter genannt wurde. Später galt der Name vorzugsweise für das Aufgebot an Reiterei in den türkischen Heeren. Was den aus Eingeborenen gebildeten Truppen der ostindischen Compagnie 1747, wo sie zum ersten Male vorkommen, diesen türkischen Namen verschafft, ist nicht bekannt. Möglich, daß die damals aus Bombay und Tellicherry nach Madras gesandten 500 Mann aus Eingeborenen geworbener Rekruten größtenteils Mohamedaner waren und der Ram'è sich auf diese Weise von selbst gemacht hat. Wie damals rekru- tiren sich die Seapoys auch jetzt noch durch freiwillige Werbung und leicht, weil der Sold sehr hoch und die Stellung des Soldaten eine in jeder Beziehung vor der Masse des Volkes bevorzugte ist; denn sie gibt ihm unbedingt den Vorrang in seiner Kaste und vor allen Civilisten. Die Seapoy-Regimenter nehmen bei der Anwerbung durchaus keine Rücksicht auf die Religion oder den Stamm. Vorwiegend, namentlich in der Armee von Bengalen, bestehen sie aus Mohamedaner», z. B. die sämmtliche Cavallerie. Nie aber werden nur Mohamedaner oder nur Hindu's in ein Regiment vereinigt, und man wacht mit der größten Sorgfalt darüber, daß sogar die Compagnien und Escadrons nicht von Mannschaften derselben Religion zusammengesetzt sind. Was die Hindu's betrifft, so nimmt man am liebsten Radschputen, das heißt aus der Kriegerkaste. Dies führt zu dem eigenthümlichen und eben nur in Indien verständlichen Verhältnisse, daß sich die Seapoys "während der Zeit des Dienstes ganz in derselben Stellung zu einander und untereinander befinden, wie die Soldaten eines europäischen Heeres; sobald diese aber vorüber ist, treten sie in ihre ursprünglichen socialen, religiösen und Kastenverhältnisse unter sich. zurück. Der Unteroffizier oder Offizier aus der Sudankaste macht dem Gemeinen aus der höheren Kaste, dem Radschputen oder Brahminen, seinen unterthänigstcn Salaam (Gruß) ; der Muselmann vermeidet den Christen, der Sunnite den Schiiten und der Hindu alle Uebrigen. Dies ist zugleich die Erklärung, weßhalb es den Engländern, als den einzigen in dieser großen Masse, die unter sich einig sind, so leicht wird, diese heterogenen und sich abstoßenden Theile in einem Zustande vollkommenster Subordination zu erhalten. So lange man den