ZnteMgenz-Blatt
der freien Steil KaiksaN, verbundrn mit dem A»trdlatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den Franksürttr Nachrichten als Extrabeilage
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(Expedition - am Gristpförtchen, SchlachthauSgaffe 21)
M 272. Dienstag den 17. November 1857.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 17. November. Zur Geschichte der Thurn- und TariS'schen Post bringt der bekannte Statistiker Professor KnteS in Freiburg in seinem neu herausgege- benen Werken „Der Telegraph, Tübingen 1857*, interessante Mittheilungen, die wir unsern Lesern nicht vorenthalten wollen. Schon seit 1516 war eine Briefpost mittelst regelmäßiger Couriere durch niederländische Postmeister aus der Familie TariS zwischen Brüssel und Wien für den Nachrichtenverkehr bet niederländisch österreichischen Regierung eingerichtet worden. Dann warfen sich, wie schon angxdeutet, die Gedanken auf Post- einrichtungen als Reichsanstalten. Und jedenfalls waren es noch auf dem Reichstage zu Speyer 1542 des Reiches „gemeine Stände", welche „Ordnung geben, daß der- halben (wegen des Türkenkrieges) ein Post an gelegener Malstadt gelegt und unterhalten werde." Seit 1563 breitete sich aber die spanisch-niederländische Post im Reich auf kaiserliche Autorität (Ferdinand I.) hin aus. Wie wenig andauernd auch die Triebe für einheitliche Einrichtungen im Reiche waren, die Stände empfanden eS doch bitter, daß sie in dieser Sache gar nicht gefragt waren. Auch lag selbst ein Mangel an Würde darin, daß der Kaiser mit der einen Hand eine ReichSpost einfubren wollte und mit der anderen die von ihm eingerichteten Posten allein auSnahm! „unvergriffen und unschädlich deren Post halben, so wir selbst besolden und unterhalten." So gab eS denn bald auf dem Papier und im Leben Streitigkeiten über das neue Institut genug. Wurde im Jahre 1595 Leonhard von Taris zum General-Obristen- Postmeister im heiligen römischen R.ich patentirt, so wurde 1615 aus diesem privilegirten Geschäftsbetrieb ein-männliches Reichs- Regal und Lehen, 1744 sogar ein ReichSthronlehen. Offenbar der schlimmste Schritt gegen die ReichSpost ging nichtsdestoweniger von Oesterreich selbst auS. Ferdinand II. ertheilte nämlich 1624 dem Freiherrn v. Paar das Obrist-Hos-Postmeister-Amt über die Posten in Unserem Erbkönigreich Ungarn und Böhmen und dessen incorporirten Provinzen, wie auch dem Erzherzogtum Oesterreich unter und ob der EnnS als ein neu angesetztes männliches Lehen und Regal.?- Von da ab konnte es den Ständen als eine Machtfrage erscheinen, ob man Landespost oder ReichSpost haben müsse. Thatsachen und ReichS-Deductionen gegen die TariS'schen Posten mehrten sich. Das Resultat war, daß