JnteèZèSSW-Blatt der freies AM Kanksnü, verbunden mit dem Amtsdiatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den FrMforter Nachrichten als Extrabeilage
--- ««SS»- -
(Expedition! am Gerstpförtchen, Schlachthausgasse 21).
M 270. Samstag den 14. November 1857«
Abonnementspreis für's halbe Jahr 2 fl. 30 fr. Tägliche Ausgabe außer Montags. Einrückung Kgebühren: 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Ueberbtieks der Greignisse im Gebèete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 14. November. Als vor fünf Jahren — sagt die „N. Pr. 3-" — die letzten österreichischen Bataillone die Festung Rendsburg verließen — wo sie zum Beschlusse des zweifelvollen Kampfes der verschiedenen Deutschen Hülfen für Holstein und Schleswig gegen Dänemark als Occvpations« oder Paciscirungs-Truppen gestanden — begann sofort die Demolirung der Festungswerke. Vergebens suchte man damals in der militärischen Welt nach einer Erklärung für dieses Vernjchturgswerk, denn Rendsburg konnte als Festung nur nützlich sein und gegen eirw abermalige Überrumpelung durch Kieler Studenten hätten sich doch allenfalls Sicherungsmaßregeln treffen lassen. Es blieb endlich keine andere Erklärung übrig, als daß Dänemark für alle Zukunft eine deutsche Bundesfestung an der Eider unmöglich machen wollte.
War das aus dänischem Standpunkte eine vollkommen genügende Erklärung, so wäre eS andererseits von deutscher Seite auch ein vollkommen genügender Grund gewesen, gerade deswegen Rendsburg oder Itzehoe zu einer deutschen Bundesfestung zu machen. Wie sich dem ursprünglichen Gedanken der deutschen Bundesfestungen gegen Westen nach und nach auch im Südwesten Rastatt und Ulm angeschlossen haben, so wäre eS damals auch Zeit gewesen, an den Norden zu denken, denn was man 1816 nicht mehr für möglich gehalten zu haben scheint — daß auch im Norden einmal deutsches Bundesgebiet verletzt, deutsche BundeS-Jnteressen beschädigt werden könnten — daS hatte die Erfahrung eben erst mit unerfreulicher Deutlichkeit als möglich gelehrt. Würde durch einen Bundesbeschluß Rendsburg oder Itzehoe noch jetzt zu einer BundeS- festung erklärt und mit Bundesmitteln stärker und besser wieder aufgebaut, so würde wahrscheinlich das Alles nicht zu geschehen brauchen, was doch vielleicht wird geschehen müssen.
Der Herzog von Holstein würde bei einer solchen Frage ganz in demselben Verhältnisse zum deutschen Bunde stehen wie der Großherzog von Luxemburg, denn auch die Hauptstadt des GroßherzogthumS Luxemburg ist eine Bundesfestung,aber der König von Holland hat nicht das Recht, sie mit holländischen Truppen zu besetzen, sondern es stehen Preußen als Bundestruppen dort. So würde derKönig von Dänemark nicht das Recht haben, indem zur Bundesfestung erklärten Rendsburg dänische Truppen garnisoniren zu lassen,