Intelligenz-Blatt
Der freien Stadt Kanksurt, verbunden mit dem Amtzhiatt, Organ der hiesigen Staat»- behörden, und den /raaksarter Nachrichte» als Extrabeilage
(Expedition? am Geistpförtchen, EchlachthauSgaffe 21).
M 268. Donnerstag den 12. November 1857.
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.
Frankfurt, den 12. November. Es liegt eine geraume Zeit zwischen dem verfassungswidrigen Vorgehen der dänischen Regierung gegen die deutschen Herzogthümer und dem ernsten Schritt, welchen jüngst Preußen und Oesterreich gethan haben, um eine Beseitigung der Unbill von Bundes wegen herbeizuführen; aber die Frist — wie fruchtlos auch alle vermittelnden Bestrebungen auSfieleu — ist nicht ohne Nutzen verstrichen. Die beiden deutschen Großmächte hätten schon früher ihren Streit mit dem Souverain von Holstein und Lauenburg vor das in deutschen Angelegenheiten endgültig entscheidend Forum bringen können, und sicher wäre der Bund auch schon früher bereit gewesen, zur Wiederherstellung deS verletzten Rechtszustandes der Elbherzogthümer wirksame Maßregeln zu ergreifen. Aber eS ist eben das gewonnen worden, daß die Bundesversammlung sich langwieriger Unterhandlungen mit Dänemark überhoben findet, weil erschöpfende Ausgleichungsversuche vorangegangen find; es ist der Erfolg errungen, daß die früher vielfach im Irrthum befangene öffentliche Meinung deS Auslandes volle Muße gehabt hat, sich über den Stand der Sache genügend aufzuklären. Die Competenz des deutschen Bundes zur Wahrung der verfassungsmäßigen Institutionen Holsteins und LauenburgS ist von keiner beachtenSwerthen Seite her bestritten worden und so scheint denn endlich Europa für die Ueberzeugung zugänglich geworden zu sein, daß in dem Streite zwischen Deutschland und Dänemark das Recht eben so sehr wie die Macht auf Seiten Deutschlands steht. Im Gegensatze zu dieser Auffassung steht ein jüngst veröffentlichter Aufsatz der in Stockholm erscheinenden „Svenska Tidningen", welcher mit allem Eiser für die vermeintlich „gerechte" Sache Dänemarks auftritt und mit der Erklärung schließt? „Schweden steht in dieser Frage entschieden auf Dänemarks Seite und die Sache der Gerechtigkeit ist hier auch die unseres politischen Vortheils."
Ueber die Rechtsfrage haben wir hier wohl kaum noch ein Wort beizufügen. Die Sache ist von den Organen der Diplomatie und der Presse so gründlich beleuchtet worden, daß wir in dieser Beziehung die Akten wohl sür spruchreif ansehen können. Aber die angeregte Frage des politischen Vortheils verdient noch einige Beachtung. DaS Stockholmer Blatt meint, aus der Unterstützung Dänemarks gegen die Ansprüche der