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Intelligenz-Blatt der freies Stadt Makfart, verbunden mü dem AMrdlatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den /rsskforter Nachrichtas als Extrabeilage

(Erpedttion: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffr 21).

M 266. Dienstag den 10. November 1857.

AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2 fl.30kr. Tägliche Ausgabe außer Montag».

LinrückungSgebührenr 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblieke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 10. November. Wie unsere Leser bereits durch die im Laufe de letzten Woche eingetroffenen Nachrichten erfahren haben, ist die Lage der Dinge in New- Uork seit der Suspendirung aller Banken eher besser als schlechter geworden. Die Waaren- preise stiegen, die Effektencourse hoben sich, der WechselcourS auf London ging um mehrere Procent in die Höhe und im Allgemeinen war eine zuversichtlichere Stimmung eingetreten. Auf den ersten Blick erscheint diese Wirkung eines Schrittes, den man eher als die Voll­endung deS allgemeinen Ruins anzusehen geneigt war, überraschend, und doch ist sie es nicht. Man vergegenwärtige sich den Anfang und den Verlauf der Krisis. Die ameri­kanischen Banken arbeiten weit weniger mit ihren Noten als mit den Depositen, welche ihnen anvertraut werden. Anfangs October z. B. hatte die „Bank von New-York" eine Notencirculation von 7’4 Mill. Doll, der Metallyorrath betrug UV, Mill. Doll., an Depositen schuldete sie dagegen 63Vs Mill. Doll. DaS leichtsinnige Ausleihen der letzteren an Eisenbahnen und dergleichen Gesellschaften, welche die empfangenen Gelder für feste Kapitalanlagen verwendeten, führte zum Bruche der Ohio life asurance Company. Bald wurde das Mißtrauen allgemein, die übrigen Banken wurden um Rückzahlung der Depofitivn bestürmt und um ihre Mittel zur Baarzahlung verfügbar zu behalten, suchten sie daS Abfließen ihres MetallvorratHS durch hohen DiScont zu verhindern. Wie die regelmäßige ContantenauSfuhr aus New - York nach Europa beweist (in den ersten 9 Monaten dieses Jahres 33V» Mill. Doll.) sind aber die Importeurs gezwungen, einen großen Theil ihrer europäischen Verbindlichkeiten durch Metall zu decken, welches Le bis­her aus den Banken entnahmen. Die Unmöglichkeit, ihre Wechsel placiren, Wige Accepte eint öfen zu können, mußte zu Fallimenten führen, und wie eine Lawine route der Sturz weiter, da die Erhöhung deS DiöcontoS natürlich nicht blos auf den Importeurs, son­dern auf dem ganzen Handelsstande lastete. Geld war nun die allgemeine Losung. Da Alles andere von Tag zu Tag mehr entwerthete, hielten eS die Besitzer fest, und diese Concentration der Circulationsmittel, verbunden mit dem wachsenden Mißtrauen, brachte bald eine totale Stockung deS Verkehrs sowohl zwischen der Union und Europa alS in der Union selbst hervor.