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Intelligenz-Blatt brr freien Stadt Kaaksart, verbunden mit dem Amtsblatt , Organ der hiesigen Staats­behörden, und den /ra»kf«rt»r Nachricht»» als Extrabeilage

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(Erpedition r am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21).

M 264. Samstag den 7. November 1857.

Abonnement -preis für'- halbe Jahr 2 fl. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montags.

EjnrückungSgebührenr 6 kr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblieke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 7. November. Die Hauptstadt der britischen Besitzungen in Hindostan, sowie der Prästdentschaft Bengalen, Calcutta, leitet, wie die heiligen Flüsse, ihren Namen aus der indischen Theogonie her und verdankt ihre Existenz der Dankbar­keit eines Großmoguls von Delhi. Der berühmte Aurenz Zeb, welchem in seinen lan­gen Kriegen mit den Mahratten die Talente englischer Offiziere von großem Nutzen gewesen waren, überließ dafür der Krone von Großbritannien ein Territorium in der Nähe deS westlichen GangeSarmss, Hugly mit dem der Göttin Kâ!i geweihten Hindu- Dorfe Kâli-Kâtta. Die englische Regierung beschenkte damit die gegen Ende der Ne­gierung Elisabeths gegründete ostindische Kompagnie in einer Urkunde, welche unter dem 31. Dezember 1600 ausgestellt ist. Die Kompagnie besaß in Bengalen bereits eine Faktorei, und zwar in der von den Portugiesen 1546 erbauten Stadt Hugly. Ihr Agent, John Charnock, ein ebenso thätiger als intelligenter Mann, fand in dem neu abgetretenen Territorium an der Stelle, wo das kleine Hindu-Dorf Kâli-Kâtta lag, einen für die Faktorei passenderen Ort und gründete daselbst eine neue Niederlassung, welche von dem Dorfe Kâli-Kâtta (Kali'S Haus) Calcutta genannt wurde und bald zu einer beträchtlichen Stadt anwuchs. Die für den Handel äußerst Vortheilhaft gelegene Stadt war jedoch wegen der benachbarten Wälder und Sümpfe der Gesundheit der Einwohner äußerst nachtheilig. Die Engländer suchten daher, die pestilenzialischen Miasmen dadurch zu beseitigen, daß sie die Waldungen niederschlugen und die Sümpfe trocken legten, außerdem aber sich an eine dem Klima entsprechendere Lebensweise gewöhnten.

Bis 1707 stand Calcutta unter der Präsidentschaft Madras. In dieser Zeit wurde die Stadt davon getrennt und erhielt eine besondere Verwaltung. Vollständig unabhängig aber wurde sie erst acht Jahre später. Bis dahin blieb sie der Jurisdiktion des NabobS von Bengalen unterworfen, der seinerseits von dem Großmogul abhing, und hatte viel über deff.n veratorische Maßregeln zu klagen. Da wurde im Jahre 1715 der Großmogul Mohammed-Ferah-Syr von einer nach Ansicht seiner Hofärzte unheil­baren Krankheit ergriffen. In Kalkutta befand sich damals ein englischer Chirurg Vr. Hamilton, dessen ärztliche Geschicklichkeit weit über die englische Niederlassung hinaus