Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Maksult, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden, und den /raekforitr Lschrichtti als Ertrabeilage
---«ege®®»*»---
(Expedition: am Geistpförtchen, EchlachthauSgaffe 21).
M 258. Samstag den 31. October
1857.
AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2 fl. 30 ft. Tägliche Ausgabe außer Montags.
Einrückungsgebührenr 6 kr. für die ganze, 3 tr. für die gespaltene Zelle.
Ueb erblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 31. Oktober. Bei der allgemeinen Spannung, mit welcher man den Berichten über die überseeische Geldkrise folgt, dürfte eS für unsere Leser nicht uninteressant sein, von firlgender Stelle auS dem neuesten Handelsberich tdes rennomirten HandlungShauseS Suse und Sibeth in London Kenntniß zu nehmen. »Wenn wir sehen, daß England allein in Indien und China Kriege führen muß, die vielleicht in Einem Zähre hundert Millionen L. ertra in die Cirkulation bringen, weil fie gefordert werden — wenn jeden Monat, wie eS seit ein paar Jahren der Fall ist, beinahe Eine Million L. meistens in Silber für kommerzielle und finanzielle Zwecke nach Indien und China geht — wenn Eisenbahnen gebaut werden, für welche seit etwa zehn Jahren in Europa und Amerika an tausend Millionen L. baareS Geld schon in Anspruch genommen worden find und auf deren große Ausdehnung in Rußland, Indien, Türkei, Afrika und Amerika man nun eifrigst bedacht ist — wenn wir sehen, daß in allen Ländern Bank-, Fabrik-, Minen- und andere industrielle Institute etablirt werden, die alle, ohne Ausnahme, die Tendenz tragen, Eigenthum, Konsumtion, Handel und Wohlstand zu befördern und zu vermehren — so darf man fich wahrlich nicht darüber wundern, daß Gold so sehr in Anspruch genommen wird, um so weniger, da die Metamorphose höchst wichtig ist welche wir wahrnehmen, indem wir unverkennbar bemerken müssen, daß Gold in die Stelle von Silber tritt in verschiedenen Ländern wo seit Jahrhunderten Silber die alleinige und einzig legale Währung gewesen ist. Wenn man ferner bemerken muß, daß die vielen Bank-Institute, die in neuerer Zeit ins Leben getreten sind, Gold (oder Silber) so viel sie davon anschaffen können, als Basis ihrer Wirkungen halten müssen, daß administrative Behörden der ersten Länder in Europa, in dem Bestreben, die Finanzen ihrer Staaten zu verbessern, größere Quantitäten als bisher von Bullion sich zu »erschaffen bemüht sind — daß Anhäufung von Eigenthum und größerer Wohlstand der verschiedenen Stände in allen civilisirten europäischen Ländern eine größere direkte Konsumtion der edlen Metalle (LuruS) fordern — dann darf die mannigfaltigere Vertheilung von Gold und Silber über den ganzen Erdboden kein besonderes Erstaunen erregen, wenngleich die Unbequemlichkeit, die daraus entsteht, in den