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ZntelttgenzBlatt

brr freien Stabt KMsnri, verbunden mit dem Kâdlatt , Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den FrsvLsnrtrr Nachrichten als Extrabeilage

(Expedition! am Geistpförtchen, Schlachthausgaffe 21).

M 252. Samstag den 24. Oktober 1857.

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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und Materiellen Interessen.

Frankfurt, den 24. October. Der Divan der Moldau hat am 19. d. M. bereits das gesummte Programm der sogenannten nationalen Partei mit allen gegen 2 Stim­men angenommen. Dasselbe verlangt: 1) Autonomie nach den Verträgen mit der Pforte unter Anerkennung der Rechte derselben; 2) Vereinigung mit der Walachei un» ter einem fremden Fürsten, abendländischer Dynastie; 3) repräsentative Regierung; 4) Neutralität. Ebenso hat sich der Divan in Bukarest bereits am 12. constituirt und am 17. seinen Vorstand gewählt. Die Mitglieder desselben, an der Spitze der zum Vice- präsidenten erwählte Nicolaus GoleSko, lassen den Schluß zu, daß auch der Divan der Wallachei sich fast einstimmig für die Annahme des UnionSprojecteS aussprechen wird. In beiden DivanS scheint die nationale Partei entschlossen zu sein, sich mit den Fragen der innern Organisation für jetzt nicht weiter zu befassen, sondern vor Allem die Ent­scheidung über den Einheitsstaat herbeizuführen. Ist dies der Fall, so werden die Be­rathungen nur von kurzer Dauer sein, und eS steht dann das Zusammentreten der Pariser Conferenz zu erwarte», um diese Angelegenheit zur Entscheidung zu bringen.

Welche Stellung Frankreich und Rußland auf diesem Kongreß einnehmen werden — darüber lauten die Nachrichten widersprechend. Während von der einen Seite berichtet wird, daß Beide das Project einer Personalunion aufgegeben, wird von der andern Seite mitgetheilt, daß die Candidaturen des Prinzen Murat und des Prinzen Nicolaus von Leuchtenberg noch fortbeständen. Ebenso wird behauptet, daß England sich der Ansicht der Türkei und Oesterreichs gegen die Personalunion neuerdings wieder mehr genährt habe. Jedenfalls steht fest, daß die Pforte in Verbindung mit Oesterreich an ihrem bisherigen Widerspruch festhält. Darüber liegt ein Circularschreiben derselben an ihre auswärtigen Agenten vor, in welchem sie offen erklärt, daß „was immer für ein Wunsch von den DivanS bezüglich der Union ausgesprochen werden dürfte, die hohe Pforte doch, indem sie sich auf den Tert des Pariser Vertrages stützt, sich unbedingt verpflichtet fühlt, ihre Entschließung in dieser Beziehung aufrecht zu erhalten". Dagegen hat die Pforte „nicht die Absicht, jede Idee einer Assimilirung der Administrativgesetze auszuschließen, die mit den Rechten des Kaisers und mit der Aufrechthaltung der politi­schen Trennung der beiden Provinzen in ^Einklang gebracht werden können".