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Zntelligenz-Blatt

der freien Stadt /ranksurt, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behSrden, und den /rewkfort« Nachrichten als Extrabeilage ----ossMADa»»

(Expedition: am Geistpförtchen, EchlachthauSgaffr 21).

M 250. Donnerstag den 22. October 1857.

AbonnementSpreiS für'» halbe Jahr 2 fl. 30 ft. Tägliche Ausgabe außer Montag«. EinrückungSgebührenr 6 fr. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete -er politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, den 22. October. Die nun in London angelangten ausführlichen Eonespondenzmittheilungen, welche die letzte ostindische Post überbracht hat, verbreiten übet manche der schon telegraphisch kurz gemeldeten Ereignisse etwas mehr Klarheit. Wir entnehmen denselben Folgendes: Die Dinapore-Meuterer, welche Major Eyre durch seine klugen Combinationen vollständig gesprengt und zerstreut hat, suchen jetzt über die Berge im Mirzapore-Bezirk nach Delhi zu gelangen. Es war dem Major Eyre nicht geglückt, den Rebellenführer Kuer Singh zu sangen, aber es ist ein Preis von 18,000 Rupien auf seine Verhaftung gesetzt. Die entflohenen Meuterer haben sich in das ge­birgige RhotuSghur geworfen, wohin Major Eyre ihnen nachgesetzt ist. Sie waren seitdem südlich von Mirzapore vorbeigekommen, und hatten den Fluß Tonse überschrit­ten, der zwischen Mirzapore und Allahabad in den Ganges fällt. Eine Abtheilung un­ter Major Hinde auS Rewah sucht sie aufzufangen, wird jedoch ihren Marsch, welchen Raub und Plünderung bezeichnen, kaum aufzuhalten im Stande sein. Vermuthlich werden sie durch den ganz desorganifirten Banda-Bezirk nach Delhi ziehen. DaS Pend- schah ist ruhig geblieben, obgleich auf isolirten Stationen verschiedene Ausbrüche unter­drückt werden mußten. So stand am 19. August ein Theil der 10. leichten Kavallerie auf, welcher in Firuzpur entwaffnet worden war. Die Meuterer, 100 an der Zahl, stürzten sich, nach grausamer Ermordung Mr. Nelson'S, des Thierarztes, auf die Kano­nen der Woodcock'schen Batterie, während die Artilleristen gerade beim Mittagbrod saßen. Der Batterie sich zu bemächtigen, gelang ihnen nicht. Sie tödteten die europäische Schildwache und verwundeten einige andere Soldaten, wurden aber von den Bombay- stüstlieren gründlich zu Paaren getrieben, obgleich, wie eS scheint, gar kein Offizier an Ort und Stelle war. Die meisten der Meuterer hatten Pferde erwischt und entkamen daher glücklich, trotzdem, daß die Infanterie mit Kanonen ihnen nachsetzte. Mehrere, die man in der Kantonirung fing, sind hingerichtet worden. Das in Peschauer einquar­tierte 51. Regiment bengalischer Infanterie brach am 28. August in Meuterei auS. Dieses Regiment war einige Zeit vorher entwaffnet worden, und dir SipoyS wollten den Augenblick, wo die Leute des neuen SikhcorpS bei Tische saßen, dazu benutzen,