Einzelbild herunterladen
 

ZntelligenzBlatt der freies StaM Mskssri, x^ verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats- behörden, und den /raskfvrtrr Nachrichte» als Extrabeilage n^lS ------a«@W»--

(Expedition - am Geistpförtchen, EchlachthauSgaff« 21).

M 248. Dienstag den 20. October 1857.

AbonnementSpreiS für'S halbe Jahr 2 fi. 30 kr. Tägliche Ausgabe außer Montag». Einrückung -gebühren: 6 Ä. für die ganze, 3 kr. für die gespaltene Zeile.

Ueberblicke der Greignijse im Gebiete der politischen un- materiellen Interessen.

Frankfurt, ben 20. October. Ueber die gegenwärtige Lage der Holstein'schen An- gelegenhèit hat der „Nord" in einer Korrespondenz von Dresden versichert, Preußen und Oesterreich hätten sich verpflichtet, die Sache nicht vor die deutsche Bundesversammlung zu bringen, »nd die Stände der Herzogthâmer, auf sich allein beschränkt und besser be­rathen, würden eine nachgiebigere Stimmung zeigen. Dies wird als ein Ergebniß der Stuttgarter Zusammenkunft hingestellt, welches der Initiative des Kaisers Napoleon zu­zuschreiben sei. Eine solche Vorstellung beruht offenbar auf einer sehr ungenauen Wür­digung der thatsächlichen Verhältnisse. Dagegen enthält die „Zeit" einen Artikel, welchem wir folgende Stelle entnehmen: „Wir müssen eS dahin gestellt sein lassen, in wiefern es die Mottarchen Rußlands und Frankreichs angemessen gefunden haben, das Zerwürfniß zwischen Deutschland und Dänemark zum Gegenstand ihrer Unterredungen zu machen; aber wir halten vor allen Dingen an der Thatsache fest, daß in Stuttgart nicht den Beschlüssen Preußens und Oesterreichs vorgegriffen werden konnte und daß die deutschen Großmächte keine Verpflichtung übernommen haben, welche ihre eigene Würde und die Selbstständigkeit Deutschlands in Gefahr setzen könnte. Schon vor einiger Zeit haben wir die Lage der Holstein - lauenburgischen Angelegenheit vom Standpunkte des Rechts aus erörtert und nachgewiesen, daß die deutschen Großmächte vollkommen befugt sind, die Sache ohne Weiteres vor den Bund zu bringen, wenn Dänemark nicht sich bereit finden sollte, sei--' nen eigenen früheren Verheißungen und den begründeten Ansprüchen der deutschen Her- zogthümer gerecht zu werden. Wir haben darauf hingedeutet, daß die Kabinetè von Berlin und von Wien vor Kurzem, in Erwartung des dänischen Bescheides auf die Vorstellungen der holsteinischen Ständeversammlung , den Zeitpunkt für eine Anrufung des Bundestages noch nicht geeignet erachteten und wir glauben hinzufügen zu dürfen, daß dèr betreffende Beschluß der deutschen Großmächte schon vor dem Stuttgarter Kon- greffe gefaßt war. Indeß die zuwartende Stellung Preußens und Oesterreichs muß ihre Grenzen haben. Wir sprechen mit voller Zuversicht die Ueberzeugung aus, daß nur eingehende Zugeständnisse von Seiten Dänemarks Preußen verhindern könnten, die Mit­wirkung des deutschen Bundes für die Wahrung deutscher Rechte in Anspruch zu nehmen: