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Intelligenz-Blatt der freien Stadt Mckssrt, verbunden müdem Amtsblatt, Organ der hiesigen StaatS- behörden, und den /teeifnrltt Nachrichten als Extrabeilage

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(Expedition i am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21).

M 244. Donnerstag den 15. October 1857.

Abonnements auf das Intelligenz- und Amtsblatt und die Frankfurter Nachrichten werden täglich zu ermäßigtem Seme­ster-Preise von der Expedition angenommen.

Ueberblicke der Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 15. October. (Die diesjährige Ernte in Europa.) In einer Reihe von Berichten, theils aus dem Jnlande, theils auâ dem Auslande, haben wir in der Tagesgeschichte speziellere Notizen über die diesjährigen Ernteaussichten und Ernteergebnisse in den verschiedensten Theilen Europa'S gegeben. Wir sind dadurch in dm Stand gesetzt, jetzt einen allgemeinen Ueberblick über die Ernte in Europa zu lie­fern, wie sie sich nach den bisherigen Ergebnissen herausstellt.

Zunächst erinnern wir an den allgemeinen Charakter der Witterung, die sich durch vorherrschende Wärme und Trockenheit auszeichnete. Die Folge davon war, daß man anfangs an vielen Orten der Ernte mit großer Besorgniß entgegen sah; dennoch ist dieselbe selbst in den von der Dürre am schwersten heimgesuchten Gegenden wenigstens in den wichtigsten Fruchtarten eine mehr öder Minder befriedigende gewesen und eS hat sich aufs Neue herausgestellt, daß trockene Wärme den Früchten weniger schadet, als kalte Nässe. Die Dürre hat indessen nicht alle Gegenden in gleichem Maße getroffen. Die gebirgigen südlichen Landstriche von der Schweiz bis zu den Donaufürstenthümern erfreuten sich sogar eines genügenden RegenS. Auch ein Theil von Schweden, Preu­ßen und Nordrußland wurde von Regen begünstigt, ganz besonders aber England. Ueber Frankreich, Portugal, Spanien, Süditalien und Griechenland liegen in dieser Hinsicht noch keine ausreichenden Berichte vor.

Die Wintersaaten, Weizen, Roggen, Wintergerste, Rapps und Rübsen, deren Ent­wickelung in das minder trockene Frühjahr fällt, haben von der Dürre weniger zu lei­den gehabt, als die Sommerfrüchte, von denen nur die Gerste nirgends mißralhen ist, während Hafer, Klee und Gras in manchen Gegenden sehr gelitten, Erbsen, Wicken und Bohnen aber einen überaus kärglichen Ertrag geliefert haben. Den Kohlgewächsen ist die anhaltende Trockenheit an vielen Orten ebenfalls sehr nachtheilig geworden. Dage­gen geben Obst, Wein und Kartoffeln fast überall an Qualität und Quantität eine außerordentliche Ernte.