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Intelligenz-Blatt

der freit« Stadt McksAt, ^^^

verbunden mit des Amtsblatt ; Organ der hiesigen Staats- bshördKn, und den Mnkfnttrr Rachnchlt« als Ertrabeilage |

(Erpeditisn: am GeèstpDrtchru, Gchkachthausgasse 21).

M 222. Samstag den 19. September 1857.

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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.

Frankfurt, den 19. September. Die gegenseitige Belehrung über factische Zu­stände wird immer ein Hauptvortheil internationaler Zusammenkünfte bleiben. Auch bei der Versammlung bet Evangelical alliance zu Berlin sind die Mittheilungen über die gegen­wärtige Lage der Protestanten in »ersehenen Ländern im öffentlichen Interesse offenbar mehr in den Vordergrund getreten, alS die Diskussionen. DaS Wesentliche über die Verhält­nisse zweier in der Geschichte des Protestantismus besonders wichtiger Länder wollen wir im Folgenden kur; mittheilen. Ueber Frankreich berichtet Pfarrer Grandpierre aus Paris: AlS Ludwig XIV. das Edict von Nantes aufhob, zählte man in Frankreich 800 rekor- mirte Kirchen mit 640 Pfarrern; 1808 nicht mehr als 190 mit ebensoviel Geistlich n; 1821 deren 255; 1848 gab eS 105 tejor mitte Konsistorien, in deren Verbände 452 Hauptpfarr- und 520 Filialorte stehen, also 972 Kirchen, dazu 986 Betsäle, 1069 Schulen und 601 Pfarrer. In Paris waren vor 30 Jahren nur 5 Pastoren und 2 Kirchen: des Billettes und de la Redemption, jetzt 10 Kirchen mit 16 Geistlichen. Die lutherische Kirche, welche ihren Haupisitz im Elsaß, Mömpelgard und PariS hat, zählt jetzt 44 Konsistorien, 269 Pfarrer, 385 Kirchen und Bethäuser und 576 Schulen. Dazu kommen verschiedene Jndependenten-Kirchen mit ungefähr 100 Pfarrer und 200 Erdauungsorten. — Ueber die Lage der Protestanten in Italien sprach Pfarrer Kind aus Mailand. Deutscher Gottesdienst findet sich in Venedig, zu Nizza in anderer Sprache, in Palermo ist ein englischer Geistlicher. Der bekannte F.-M. Graf Schulenburg, aus sächsischer Familie, Venedigs Generalissimus, welcher für seine Verdienste ein Denk­mal auf Corfu erhielt, erwirkte zuerst für seine Glaubensgenossen, daß die Gemeinde einen eigenen Gottesacker anlegen durfte. Der Gottesdienst selbst fand mit geheimer Zustimmung der Behörde im „Kaufhaus der Deutschen" statt. Erst Napoleon I. gestat­tete öffentlichen Gottesdienst, und zu diesem Zwecke wurde die ungebrauchte Apostetkirche gekauft und eingerichtet. Nach seinem Sturze erhoben sich Schwierigkeiten, welche erst durch eine Deputation der Gemeinde an König Friedrich Wilhelm III. von Preußen, der sich damals auf dem Wiener Kongreß aufhielt, gehoben wurden. Trotz des Wider­strebens deS Patriarchen bestätigte die österreichische Regierung die Rechte der Protestan-