ZntelligenzBIatt der freit« Stadt Kâssrt, verbunden mit dem A»tsb!att, Organ der hiesigen Staatsbehörde», und den /rMfsrter Nachrichten als Extrabeilage
(Expedition r am Grrstpförtchen, SchlachthauSgsff» 21).
M 220. Donnerstag den 17. September 1857
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Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete -er politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, den 17. September. Wenn man die neueste dänische Geschichte betrachtet, so wird man nicht verkennen, daß auch abgesehen von den Verhältnissen zu den Herzogthümern und zu dem deutschen Bunde, die politischen Zustände Dänemarks am wenigsten unter den nordischen Reichen gesichert sind. Die Schweden besitzen eine alterthümliche ständische Verfassung und in Norwegen hat sich die Demokratie seit länger als 40 Jahren befestigt, hier dagegen sind noch nicht drei Jahre verflossen, seit eine Verfassungsänderung zu Gunsten der Herstellung der alten Monarchie sehr nahe war. Erst seit dieser Zeit, wo das Ministerium Oerstedt beseitigt wurde, hat die Demokratie sich auf die leeren Stühle breit hingesetzt. Sie lieferte die neuen Minister, darunter einige hartverfolgte Männer, wie der gegenwärtige Ministerpräsident Andrä, der kurz vorher noch seiner Stelle als Oberstlieutenant im Generalstab entsetzt wurde, allein die Anklage gegen Oerstedt und seine College» auf Hochverrath endete mit einer Freisprechung. Die demokratische Gesammtstaatspartri hat zwar die royalistische GesammtstaatS- partei besiegt, aber ohne deren Erfahrung hätten sie die Staatsleitung gar nicht übernehmen können. Der des Hochverralhs angeklagte Minister Bluhme unterhandelte zu derselben Zeit, als er vor Gericht stand, mit den fremden Mächten wegen Ablösung des Sundzolls. Ebenso ließ sich der Finanzminister Graf Sponeck erbitten, als Director das Finanzministerium weiter zu leiten statt des ganz unerfahrenen Ministers Andrä, und ein dritter Hochverräther ließ sich zu wichtigen Verhandlungen nach Rußland schicken. Nach der andern Seite hin hat daS demokratische Ministerinn mit der Partei gebrochen, auS welcher es hervorgegangen ist, und nur der Minister Hall neigt den fkandinavisti« Wen Ideen zu, welche unter ihr im Schwange gehen. Eine weitere Streitfrage ist die Fürsten angele genheit. Das bäurische Eigenthum in Dänemark ist größtentheilS nicht ganz freies Eigenthum, sondern in Erbpacht gegeben und die großen Gutsherren ziehen Zins davon. Ein Theil der Demokratie möchte den Gutsherren gar keine Ent« fchädlgung zusprechen, ein anderer Theil scheut sich vor einem solchen Schritt; die Be- tyeiligten verlangen vollen Abkauf. ES hat sich eine Partei der Bauernfreunde gebildet, an deren Spitze besonders der frühere Kriegsminister Oberst Tscherning steht. So steht