Intelligenz-Blatt
der freien Stadt Kaadsart, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staatsbehörden , und den /rankforttr Nachrichten als Ertrabeilage
—— «-»Nâ»»»— —
(Lkpedition r am Geistpförtchen, SchlachthauSgasse 21).
â 216. Samstag den 12. September 1857,
AbonnementS-reis für's halbe Jahr 2 fl. 30kr. Tägliche Ausgabe außer Montags Einrückung -gebühren: 6 kr. für dir ganz«, 3 kr. für die gespaltene Zeile.
Ueberblieke -er Greignisse im Gebiete der politischen und materiellen Interessen.
Frankfurt, 12. September. Der statistische Congreß in Wien ebensowohl wie der WvhlthätigkeitScongreß, welcher in nächster Zeit in unsrer Stadt eröffnet wird, haben die mannigfachsten Beziehungen zur Diätetik. Jener har nicht nur auf Ver- vieifältigung und Gleichartigkeit der betreffenden Erforschungen überhaupt hingrwirkt, sondern auch, um einzelne spezielle Beispiele anzusschren Thesen aufgestellt, um über den Einfluß der Höhenlage auf Entwickelung der Lungenschwindsucht und über den der Sumpfluft auf Erzeugung bösartiger Fieber inS Klare zu kommen; dieser wird sich mit der Sorg« für gesunde Wohnung und genügende Nahrung der Arbeiter, mit einer besseren körperlichen Wege ihrer Kinder, mit Verhinderung der Trunksucht, Herstellung billiger Badeanstalten re. besassen, lauter Gegenstände, welche unter der Pflege der Verbindung von Wissenschaft und Humanität das beste Gedeihen versprechen. Aber nicht All«- kann von Aussen kommen; für die Privathygienie muß daö Individuum selbst sorgen. Dafür ist nun in unserer Zeit reichlich gesorgt worden und eS wäre nur wün- schenSwerth, daß die gebotenen Hülfsmittel ausgiebiger benutzt würden. Die Fortschritte der Chemie und Physiologie verbunden mit der immer weiter greifenden Kunst der styli- stischen Darstellung und den reicheren Belegen, welche die Statistik zu bieten vermag, Saben in der Neuzeit seit den Werken von M ole sch ott über die Nahrungsmittel, seit iebi g 'S. chemischen Brief«» rc. eine Reihe wahrhaft mustergültiger Schriften hervor« «bracht, welche in schönsten Formen die wissenschaftlichen Ergebnisse zugänglich machen. Pies«» .schließt sich ein so eben im Berlage von Mejdinger Sohn und Co. dahier erschienenes Werk unseres Mitbürgers vr. meâ. Joseph Wallach an, welcher schon'früher auf demselben Felde mit dem Werke: „Diätetik oder Gesundheitslehre für Gebildete. Erstes Bändchen. Pforzheim 1850" sich erprobt. DaS neue Buch, wovon unter dem Titel: „DaS Leben des Menschen in seinen körperlichen Beziehungen für Gebildete dar- gestellt" die erste Hälfte erschienen ist, während der Schluß zum Spätherbst versprochen wird, bezweckt, wie der Verfasser ganz richtig an der Spitze seines Prospectus bemerkt, Belehr fing, nicht Unterhaltung. Es ist nichts leichter, als ein unterhaltendes Buch der Art zu schreiben und die älteren Diätetiken find durch Anekdoten und Sonderbar-