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ZuteMgenz-Blatt

der steitil Stadt MMart, verbunden mit dem Amtsblatt, Organ der hiesigen Staats­behörden, und den /rasksvrter Rachrichtes als Ertrabeilage

(Erpedition: am Geistpförtchen, SchlachthauSgaffe 21).

M 206. Dienstag den 1. September 1857«

^^" Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Um­gegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können aufden besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch Vie geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.

Keberblèâ der Greigursse im Gebiete der politische« und materiellen Interessen.

Frankfurt, 1. Septembrr. Dis Messe hat wieder ihr reges Treibe» in unserer Stadt entfaltet und so mag es nicht unpassend sein, auch einmal chen Blick auf die Ge­schichte der deutschen Messen zu wenden. Wir wählen dabei zum Führer daS fleißige Werk des k. preuß. O. R. R. Philippi: „Beiträge zur Geschichte und Statistik der deutschen Messen" (Frankfurt a. d. 0.18571- Wahrend jetzt nur noch den beiden Frank­furt, Leipzig und Braunschweig im eigentlichen Sinne der Name einer Meßstadt beige, legt wird, war deren Zahl früher weit größer. In dem Capitulare von 805 bestimmte Karl der Große Magdeburg, Erfurt, Bardowick, Forchheim, Bromberg, Regensburg und Lorch zu Handels- und Stapelplatz«?, über die hinaus die zum Handel mit den Wenden, Slawen und Alvwaren gebrachten Waaren nicht gebracht werden durften. Die ältesten Märkte wurden an den hohen Feiertagen gehalten, wo ohnedies viele Menschen zu den Kirchen strömten und nicht nur der Name „Messe" im ALgrm inen, sondern insbesondere auch die Namen: Jubilate-Messe, Cantate-Messe, deuten darauf hin. In der That find auch viele der ältesten Märkte theils auf Veranlassung der Geistlichen von der Staatsgewalt, theils direct von der Kirchengewalt gestiftet. DaS Kloster Corvey wurde 833 vom Kaiser Ludwig I. zur Vermehrung seiner Einkünfte mit dem Markt und Münzrecht begnadigt. Ebenso geschah durch Otto I 965 mit dem St. Moriz-Kloster in Magdeburg, durch Otto III 994 auf Bitten dos Bischofs von Lüttich mit dem Kloster St. Foffis, durch Conrad II 1035 auf Antrag des Erzbischofs mit der Stadt Bremen, wo die geistliche Gewalt so mächtig war, daß auch dem Erzbischof und seinen Nachfol­gern der Schutz der Messe übertragen wurde.

Auf ähnliche Weise verdankt Naumburg seine Messe dem Bischof von Zeitz seit 1033, Erfurt dem Erzbischof von Mainz seit 1331. Eine andere Entstehungsweise der Messen läßt sich auf das Feldlager zurückführen, so Frankfurt a. d. Oder, welches in den lang­wieriges Kämpfen gegen die Slawen ein wichtiger Lagerpunkt war, von dem aus natür«