Zntelèigenz-Blatt der freien StaM /rankfnrt, /^ verbunden mit dem Amtsblatt. Organ der hiesigen Staats- »»Hörden, und dm /rankfurter Nachricht»« als Extrabeilage |
(Expedition: am Geistpförtchen, EchlachthauSgaff» 21).
M 202. Donnerstag den 27. August 1857.
T^b^ Inserate aller Art in diesen in hiesiger Stadt und Umgegend in 4000 Exemplaren verbreiteten und in jeder Familie hier gelesenen Blättern können auf den besten Erfolg rechnen, worauf besonders auch Vie geehrten Besucher der hiesigen Messe aufmerksam gemacht werden.
Ueberblicke der Ereignisse im Gebiete der politischen * und materiellen Interessen.
Frankfurt, 27. August. Die Angelegenheit der moldauischen Wahlen ist als geschlichtet zu betrachten, da die Pforte dem Begehren der europäischen Mächte seit der Zusammenkunft in Osborne wohl nicht länger widerstehen wird. Durch die Differenz zwischen den europäischen Großmächten war aber diese Angelegenheit zu einer Wichtig» keit herangewachsen, daß eS nicht uninteressant ist, einen Blick auf die allmähliche Entwickelung desselben zu werfen, welche bisher zu wenig bekannt war, als daß zahlreiche falsche Schlüsse über deren Verlaus hätten ausbleiben können. Insbesondere hat man mit Vorliebe in der Presse vielfach den Umstand hervorgehoben, daß, nachdem man die Unabhängigkeit der Pforte im blutigen Kampfe erfochten , man von derselben Seite ihrer freien Bestimmung Zwang angethan habe. Die innere Geschichte deS Conflicts, wie sie jetzt vorliegt, widerlegt diese Anschauung vollkommen. Nachdem nämlrch bekannt geworden war, daß der Kaimakam seine Beeinflussung der Wahlen bis auf Abletzungen der ehrenwerthesten Beamten und Drohungen gegen den Klerus auSdehnte, erklärten bereits am 22. Mai die Lommissarien Frankreichs, Preußens, Rußlands und Sardiniens, daß sie mit einem so gewählten Divan nicht in amtliche Beziehungen treten konnten. Die Commission, im Einverfländniß mit dem Kaimakam der Walachei, hatte unterdessen nach Konstantinopel berichtet, daß der kaiserliche Ferman in mehreren Paragraphen einer „authentischen Interpretation" bedürfe, zu der die hohe Pforte auch nach Rückiprache mit den fremden Repräsentanten durch telegraphische Ordre vom 1. Mai die Autorisation ertheilte. In Folge dessen stellten die Commissarien Preußens, Frankreichs und Sardiniens durch Savfet-Effendi an den Kaimakam der Moldau das Verlangen, die Wahlen bis nach Vollendung der Interpretation des FermanS zu vertagen. Da Fürst Bogorideö dies verweigerte, traten die Gesandten am 30. Mai wieder zu einer Confe- renz mit den Ministern der Pforte zusammen und kamen überern, daß die Pforte ihrem Commissar die Anweisung ertheile, die Jntrepretation, welche die Commission im »in#